Die elegante Bar „Intrigo“ ist das Aushängeschilde für diese Filmreihe nach den Romanen von Hakan Nesser in der Regie von Daniel Alfredson, der mit Brigitta Bongenhielm auch die Drehbücher schreibt, zuletzt: Intrigo: Samaria.

Man darf gespannt sein, wer dieses Mal mit wem anstoßen wird und ob mit Schampus, Whisky oder Tequila. Was selbstverständlich nicht verraten werden darf, da es sich um Krimis handelt, auch hier um einen Krimi, der Menschen im Mittelpunkt hat, die keine professionellen Verbrecher sind, die durch ihre Lebensumstände zu Taten gedrängt oder verführt werden, die sie so nie begehen würden. Dabei entsteht der Reiz, dass die Täter Laien sind, was ein zsätzliches Risiko- und insofern auch ein zusätzliches Spannungsmoment bedeutet.

Der Film spielt wieder im Künstler-, im Intellektuellenmilieu. Zwei Freundinnen sind die Protagonistinnen. Das ist die Titelfigur Agnes (Carla Juri) und ihre Freundin Henney (Gemma Chan). Sie lernen sich als Studentinnen kennen. Sie haben Ambitionen, Theater zu spielen.

Es gibt für eine Kellerbühne ein Casting für die Cordelia im König Lear. Der Regisseur ist ein schmieriger Typ und heißt Peter (Jamie Sives); der ist einem Bettcasting nicht abgeneigt. Die Freundinnen sind um die Rolle der Cordelia Konkurrentinnen.

Zum Zeitpunkt der Haupthandlung sind zehn Jahre vergangen. Beide sind verheiratet. Agnes unterrichtet an einer Schule, selbstverständlich Literatur und die kurzen Einblicke in die Schulstunden handeln von der Liebe. So gehört es sich für einen mondänen 5-Sterne-Krimi, der immer auch die Größe des Kinobildes betont.

Der Mann von Agnes ist schwerkrank und stirbt. Das bringt die beiden Freundinnen wieder in Kontakt zu einander. Henney ist mit dem Regisseur verheiratet, der inzwischen erfolgreicher Filmproduzent ist, Geld hat sie genug, aber Rollen keine.

Die Ausgangslage für die weitere Handlung ist die, dass Agnes Probleme mit der Erbschaft hat, das schöne Haus behalten möchte, aber die nicht-leiblichen Kinder auf Auszahlung bestehen. Das würde Agnes finanziell überfordern.

Das Problem von Henny ist, dass sie mit ihrer Ehe und Lebenssituation nicht zufrieden ist.

So entblättert Alfredson Schritt für Schritt, Schicht für Schicht in edler Kinohandschrift das, was die Oberfläche auf den ersten Blick nicht hergibt, und hält den Zuschauer bei der Stange – der sich einmal mehr über den Menschen im Allgemeinen wie im Speziellen und wozu er fähig ist, wundern darf.

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