Aus der Mikrowelle.

Schwachbrüstig aufgewärmte Storymodule aus dem Bauerntheater oder weißgottnicht aus welcher Billigschublade servieren uns die Drehbuchautoren Kathrin Richter, Jürgen Schlagenhof und Andrea Sixt (wobei ein paar gute Pointen zu den urmenschlichen Themen, Mensch, Mann, Frau, Liebe auszunehmen sind) in der hölzernen, kinofern freudlosen Inszenierung von Rainer Kaufmann.

Erträglich macht die schwache Kost das Trio der famosen Hauptdarstellerinnen Gisela Schneeberger, Rosalie Thomass und Bettina Mittendorfer, die innerhalb eines insgesamt biederen TV-Castes und auf ausgedörrter Kino-Erde agieren müssen.

Marienzell gehört zu den schwachen, abgehängten Regionen (nicht mal das wird klar definiert). Es braucht für neue Blüte dringend einen Glasfaserkabelanschluss. Doch das rechnet sich für die Gesellschaften nicht oder würde das Dorf 200′ 000 Euro kosten.

Das heiße Trio, das im letzten Film noch inneren Widerstand überwinden musste, um eine Sex-Hotline zu betreiben, hört von einem Tanzwettbewerb im Nachbarort. Man könne dort 10′ 000 Euro gewinnen. Das wäre doch ein Anfang – schmälert jedoch die dramaturgische Energie drastisch.

Noch drastischer wird diese Wirkungsminderung der Story durch die wenig gezielten und ungeschickten Übungsversuche. Und wie die drei Frauen dann doch hinfahren zum Wettbewerb nach diversen Hindernissen, so treten nicht mal alle drei an.

Also selbst der daramaturgische Höhepunkt wird noch vermasselt. Wenn wir schon beim Vermasseln und Versemmeln sind, da fängt Rainer Kaufmann gleich zu Beginn mit an. Er lässt Lena im Bikini auf dem Traktor durch das Dorf fahren (das abgelutschte Motiv: dass bei ihr mit 30 die Uhr ticke und ihr Macker zeugungsunlustig sei). Das könnte ein kinematographisches Fressen sein, so eine Fahrt und gleich eine hohe Temperatur für den Film mit dem Anspruch „heiß“ vorgeben. Nichtsdesgleichen bei Kaufmann. Er lässt den Traktor so unlustig durchs Dorf fahren mit dem ewig gleichen Abstand zur Kamera als sei er ein in Routine verfrusteter BR-Kameramann und schiebe Dienst nach Vorschrift (weil die von den Gwerkschaften geforderte Tariferhöhung vom BR abgelehnt wird?), als sei ihm jegliches Faible fürs Kinematographische abhanden gekommen, verkümmert. Für das Kino ist das ein Totalausfall.

Im Fortgang des Filmes nimmt die Kinounlust nicht ab. Die Männer versuchen selbst einen Graben fürs Kabel zu schaufeln. Auch das wird so begeistert berichtet, wie eine Reportage über eine Beerdigung. Dann erfindet die Story noch einen billigen Ausflug zum Telekommunikationskonzern in München, eine farblose Chefin, die mit einem Provinzpullover – ach, das ist so abgestandenes, schlechtes Bauerntheater…

Die Produktionsfirma Rat Pack hat ihren Namenszug bayerisch mit Blau-Weiß-Rauten eingepackt, das ist das Originellste am Film und dann noch die Namenszüge der Darsteller mit Stickereien verziert – ab da ist Schluss mit Lustig.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

Hinterlassen Sie einen Kommentar