Coole Gartenzwerge
oder Datschen- statt Kirchenasyl?

In der Laubenkolonie ist der Mensch Gartenzwerg in dem Sinne, dass das Reich so klein ist, dass er als großer König und Herrscher dasteht; wenn auch viel belächelt, ist sie der Traum vieler Menschen, das eigene Reich, in das keiner dreinredet außer der Vereinsordnung und dem Vereinspräsidenten Herrn Winter (Karl-Heinz Schulze); der jovial kein Auge zudrückt, aber freundlich um Verschiebung des Zeltes um einen Meter bittet. Die Melodie der Laubenpieper.

In die Kolonie bei Potsdam kommt diesen Sommer ungewohntes Leben. Valentine (Zack Segel) aus New York will in der Datsche seines verstorbenen Großvaters den Sommer verbringen. Er stößt dort auf einen illegalen Gast, Adam (Kunie Kuforiji) ist Flüchtling, ein Geduldeter, ein unbehaglicher Status, er hat sich heimlich in der scheinbar unbewohnten Datsche eingenistet; die Pflanzenzeichnungen und das versteckte Gärtlein geben einen Hinweis auf sein Potential.

Bald schon gesellen sich Zorro aus Argentinien (Juan Carlos Lo Sasso), Stefan aus Bayern (Luis Lüps) und Maria (Marie Céline Yildirim) dazu – das Berlin-Flair bringt sie zusammen und in die Datsche.

Adam wird in die Gruppe aufgenommen, überwindet seine Angst. Die Bedrohung geht von Gregor aus (Christian Harting); er ist der Aufpasser-Nachbar, der Rassist, der misstrauisch mit seinem Hund durch die Anlage schleicht.

Es kommt zum Aufmerksamkeitswettbewerb zwischen einem Wildschwein, das den Garten von Herrn Winter verwüstet hat und dem Rassisten, der eine Selbstverbrennung inszenieren will; daraus resultiert ein buntes, internationales Fest im Garten von Valentine als Höhepunkt.

Dann ist der Orkan vorbei, es kann Winter werden, das Wasser in den Leitungen wird abgestellt und anderthalb frisch anregende Kinostunden sind auch vorbei, skurril wie ein Gartenzwerg, auf kleinem Raum die Welt gespiegelt.

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