Shaun das Schaf – Der Film: UFO-Alarm

Unterhaltsames Multiversum aus großen Erwartungen und deren Enttäuschung durch kleine Pannen, keine Sekunde langweilig, die Überraschungen – und selbstverständlich die immens vielen Verweise auf andere Filme – kalkuliert.

Ein Ufo bringt die ruhige Schafswelt auf der Mossy Bottom Farm durcheinander. Der Farmer und seine Schafe wollen das doch glatt mit einem Themenpark „Farmageddon“ wirtschaftlich ausschlachten – auch hier werden selbstverständlich hohe Erwartungen angekündigt, die dann an unendlich vielen, täglichen Details scheitern, ein vergnügliches Scheitern, ein Schafsscheitern der Wollust in der Wolle.

Auch die Großfarmallüren mit dem gigantischen Mähdrescher werden wegen einem blöden Fresbee konterkariert. Es gibt einen Weltraumausflug und, eine Pizza – oder mehrere – zu bestellen, ist mindestens so schwierig und aufwändig wie ein Trapezakt im Zirkus.

Herrlich sind die Dialoge, die alle aus unverständlichen Lauten bestehen (hoffentlich fällt niemandem ein, diese auf deutsch zu synchronisieren, das wäre ein Fall fürs Synchronogeddon). Und ein Supermarkt ist eh ein idealer Ort für Blödeleien, nicht weniger als ein Plakatkleber.

Das Vergnügen dürfte vor allem deshalb garantiert sein, weil Aktionen und Reaktionen vom Regieteam Will Becher und Richard Phelan nach dem Drehbuch von Jon Brown, Mark Burton und Nick Park haargenau ausgetüftelt worden sind.

Weitere Mitspieler sind Kornkreise, ein kleiner Panzerroboter wie ein Minensuchgerät, ein Dekontaminationsteam plus ein Sammelsurium weiterer Figuren und Ideen, die sich – wie der gezielte Gang ins Fettnäpfchen – ständig in die Quere kommen.

Genau so schräg, wie die Unterkiefer der Schafe, die, wenn sie sprechen oder kauen, sich rechts oder links von der Wange seitlich öffnen. Fast so surrealistisch wie die Überreste des abgestürzten Raumschiffes drapiert sind. Und der Gag, wie die Schafe, um unentdeckt zu bleiben, sich verkleiden, an welchen Filmvorbildern sie sich dabei orientieren, der dürfte auch mit diesem Film noch längst nicht ausgeschöpft sein.

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