Nome di Donna

Der schwere Weg der Wahrheit.

Exzellenter und spannender italienischer Beitrag zum MeToo-Thema von Marco Tullio Giordana, der mit Cristiana Mainardi auch das Drehbuch geschrieben hat.

Sorgfältig leuchtet Giordana in die verflixten und geölten Vertuschungsmechanismen des vornehmen katholischen Institutes Barrata hinein, einer luxuriösen Alters- und Pflegeresidenz, die in einem stattlichen Palazzo mit großzügigem Park untergebracht ist.

Der schmierige Doktor Marco Torri (Valerio Binasco), der gar kein Doktor ist, leitet das Institut. Er ist korrekt bürgerlich verheiratet, eine erwachsene Tochter. Er wird gedeckt und unterstützt von seinem Personalchef, Don Ferrari (Bebo Storti). Der führt Torri die Frauen als Pflegepersonal zu, auf die dieser steht.

Der Fall, der hier im Film erzählt und auch gerichtsmaßig wird, ist der von Nina (Cristiana Capotondi), einer jungen Frau mit einem schulpflichtigen Mädchen, Vater unbekannt, gerade in einer schwierigen Situation, von Beruf Restauratorin; sie hat den Freund Luca (Stefano Scandaletti), der Architekt ist. Sie möchte aber noch nicht mit ihm zusammenziehen.

Nina ist ein idealer Fall für das Haus Barrata, sie hat auch die gewisse Naivität. Subtil schildert Giordana, wie schon von der ersten Begegnung mit dem Direktor klar wird, dass er mehr will, während Nina Angst um ihren Arbeitsplatz hat und das andere nicht wahr haben will. Auch wie von der Sekretärin über das Pflegepersonal alle wissen, was los ist und es für gegeben und nicht weiter diskutierenswert halten.

Bei Nina hat Torri sich verrechnet. Sie wehrt sich. Aber das schmierige Establishment ist sich seiner Sache sicher, sowieso in der Provinz (Pavia), denn die Beweislage ist schwierig, es steht Behauptung gegen Behauptung und dabei ist doch völlig klar, wer glaubwürdiger dasteht: der (falsche) Doktor und Leiter einer gesellschaftlichen Institution, die noch von der Kirche unterstützt wird.

Nina will sich damit nicht abfinden und schafft es, das Verfahren bis vor das Berufungsgericht in Mailand zu bringen. Diese widerlichen Vorgänge werden im Film mit schönen Landschafts- und Drohnenaufnahmen von Kirchen und Palazzi schmerzlindernd bandagiert.

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