Ein Licht zwischen den Wolken

Poesie der Einfachheit

oder die Kraft des elementar/archaisch Reduzierten, Symbolischen: Familie, Erbschaft, Religion, Platz für alle?

Besnik (Arben Bajrktaraj) ist ein einfacher Hirte in den Bergen Albaniens. Ein Dorf. Ein Bolzplatz. Eine Moschee, die früher einer Kirche war. Besnik pflegt seinen Vater. Wie dieser im Sterben liegt, kommen sein Bruder Alban (Osman Ahmeti) und seine Schwester Fitore (Irena Cahani) mit ihren Familien.

Von Besnik heißt es, dem Verschlossenen, dass er möglicherweise psychische Probleme habe. Was Frauen betrifft, da scheint einmal etwas gewesen zu sein, aber die Glaubensodogmen waren davor. Die spielen auch jetzt wieder eine Rolle.

Besnik entdeckt in der Moschee einen Fleck, einen Riss. Das führt zu Aufruhr in der islamischen Gemeinde. Eine Frau vom Amt für Denkmalpflege soll sich staatlicherseits darum kümmern. Sie wird in Besnik längst verschüttete und in schönen Schnitzereien kompensierte Gefühle wecken.

Auch der Glaubenskrieg wird durch den Tod des Vaters wieder virulent, die Spaltung geht durch die Familien, die verschiedenen Teile können nicht mehr am selben Tisch essen von wegen Schweinefleisch und so und die Katholiken und Muslime wollen nicht mehr im selben Gotteshaus Gottesdienste feiern. Hinzu kommt das Erbschaftsproblem.

Das Einfachste und das Elementarste scheint für den Menschen gleichzeitig das Schwierigste, das arbeitet Autor und Regisseur Robert Budina unter abgeschiedenen Bergbedingungen kristallklar heraus.

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