Angry Birds 2 – Der Film

Warum die titelgebenden Vögel wütend, böse, erzürnt oder was der deutschen Übersetzungen für „angry“ mehr sein mag, sind, erkärt sich vielleicht damit, dass diese Vögel, die mehr abgerundete unterschiedlich unifarbige Bauklötzchen von verschiedener Größe sind, nicht fliegen können. Wenn sie das wollen, dann müssen sie wie mit einer Steinschleuder auf einem dicken Gummiband sich in die Luft schießen lassen.

Andererseits leben sie auf einer tropischen Insel, dem Traum mindestens vieler Mitteleuropäer. Also wenig Grund zum Ärger. Allerdings befindet sich in Schussweite eine weitere tropische Insel. Diese wird von Schweinchenfiguren, meistens grün angemalt, belebt.

Die beiden Inseln liegen im Clinch. Ein Waffenstillstand wird vorgeschlagen. Denn es gibt plötzlich noch eine dritte, viel gefählichere Insel. Die wird auch Anlass für Moral im Film, die am Schluss erwähnt wird, dass man im Team arbeiten müsse.

Wie es zu dieser dritten Insel kommt, die zudem mitten in den Tropen eine Eisinsel ist, bleibt rätselhaft. Ihre Chefin ist ein Adler. Unten sieht sie aus wie die Eiskönigin von Disney. Und das birgt möglicherweise die Erklärung für das Einführen einer solchen Insel. Vielleicht haben sich die Autoren Peter Ackerman, Eyal Podell und Jonathon E. Stewart auf dem Markt der Animationsfilme umgesehen und festgestellt, dass die Eiskönigin von Disney ein überaus erfolgreicher Film gewesen ist. Schnell sich bedient und Regisseur Thurop Van Orman muss das nur noch umsetzen, ob es nun schlüssig ist oder nicht; zumindest gut für viele Effekte.

Das scheint sowieso das Hauptprinzip dieses Animationsfilmes zu sein: keine Zeit lassen dem Zuschauer zum Nachdenken, ihn überrollen mit Gag über Gag, die ja auch gut gemacht sind und egal, woher geklaut und egal, ob das Thema Speed-Dating für Kinder von Belang ist oder nicht.

Dann noch jede Menge popkultureller Referenzen eingebaut, von denen die Macher annehmen, die Zuschauer können sie einsortieren, erkennen sie wieder, das lenkt vom schnell schnell zusammengestöpselten Inhalt ab, Hauptsache die Gags sind lustig, entlang der dünnen Storylinie, dass Schweinchen und Vögel zusammenhalten müssen, um die Eiskönigin und ihre bösen Pläne auszubremsen, was viel Standardabenteuerelemente auf den Plan ruft.

Wie aus schlechtem Gewissen heraus wird nach all der Klauerei noch eine Hochzeitsszene eingebaut und dann noch eine Rührszene als Schlusspointe des kleineren Handlungsstranges, wie die kleinen Vögel versuchen die Vogeleier zu retten.

Was jetzt der besondere Märchen- oder Sinngehalt von Vögeln oder Schweinchen für Kinder ist, das müssen die schon selber eruieren. Eher billig ist der Abklatsch aus Magnolia, wo es eindrücklich Frösche regnete, hier regnet es – deutlich weniger eindrücklich – Krabben.

Die deutsche Synchro ist dem Produkt entsprechend passabel, bis auf den dicken schwarzen Vogel, der viel zu breit und überrissen spricht. Und auch an die Break-Dance-Fans im Publikum ist gedacht in diesem industriellen Kalkülprodukt. Auf den Film Crazy Rich Asians wird angespielt, den Chinamarkt fest im Blick.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.