Familie als ein Dichteraum der Gefühle.

Der Tod ihrer Schwester Rina führt zu einer Verdichtung der Gefühle in Marcelas (Mercedes Morán) Familie. Sie lebt auf engem Raum mit ihrem Mann Jorge (Marcello Subiotto) und ihren fast schon erwachsenen Kindern Carla (Laura Lopez Moyano), Nahuel (Federico Sack) und Jimena (Ia Arteta) in einer Wohnblockwohnung zusammen, in der jede Begegnung von zwei Personen praktisch zum Körperkontakt führt. Dicht an dicht, fast immer auf Hautkontakt leben sie zusammen.

Die Kinder gehen andauernd auf Partys, sie spüren den Drang weg, leben trotzdem auf Tuchfühlung mit ihrer Mutter. Maria Alché, Drehbuch und Regie, untersucht aus intimster Nähe, wie sich der Tod der Schwester von Marcela auf die Gefühlswirbel verstärkend auswirkt, eine hochsensibel beobachtete Angelegenheit.

Die Handlung besteht in den Dingen, die durch so einen plötzlichen Tod erforderlich sind. Marcela geht oft in die Wohnung von Rina. Die muss ausgeräumt werden. Viele Pflanzen hat sie schon zu sich geholt. Es fällt Kleidung ab für die Töchter. Es tauchen alle Fotos und damit Erinnerungen an die Familie auf, in der Marcela aufgewachsen ist.

Verwandte melden sich. Immer wieder kommt es zu zärtlichsten Umarmungen zwischen der Mutter und den Kindern. Selbst wenn sie den Sohn über Geographie abfrägt, lastet der Tod über beiden.

Die ältere Tochter erlebt eine Enttäuschung mit ihrem Freund. Vater Jorge verdünnisiert sich auf Geschäftsreise. Über diese Aktivitäten lernt Marcela Nacho kennen, einen jungen attraktiven Mann, der ungebunden ist und fasziniert von den vielen Büchern in der Wohnung. Wie selbstverständlich und ganz ohne Skrupel geht sie mit ihm in sein Hotelzimmer.

Später bei der Beerdigungsfeier kommen Geschichten über die Eltern und Großeltern von Marcela an den Tag, die nicht unbedingt dem Bild der intakten Familie entsprechen. Das ewige Rätsel und Gefühlsrätsel Familie, Maria Alché zeichnet ein glaubwürdig nahes Bild davon.

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