Archiv für 6. September 2019

Ganz interessant.

Das Märchenschloss Neuschwanstein, in 17 Jahren erbaut vom Märchenkönig Ludwig II, bietet einen unendlischen Schatz an Material für Geschichten, Berichte, TV-Sendungen und TV-Formate.

Oliver Halmburger hat daraus einen Dreiviertelstünder für ARD alpha zusammengestellt. Hier geht es vor allem um die Geschichte zum Bau des Schlosses. Wie Ludwig schon als Kind auf Schloss Hohenschwangau die Schlossträumerei anfing. Wie er durch den Tod seines Vaters König wurde. Der Vater hatte ihn sparsam erzogen. Jetzt sollte Schluss damit sein. Jetzt wollte er, der sich als Bauherr und nicht als König sah, seine Träume realisieren. Daraus wurden mehrere Schlösser.

Halmburger kann auf einen Fotoschatz zurückgreifen, der verschiedene Bauetappen von Neuschwanstein festhält. Mehr davon wäre spannend gewesen. Durch Drohnenaufnahmen eröffnen sich neue Perspektiven auf das Schloss. Diese scheinen allerdings etwas beliebig in den Film hineingeschnitten, der sich aus Statements von Fachleuten, Schlossinnen- und Außenaufnahmen sowie Archivfootage speist.

Es wird erläutert, dass Ludwig bei aller Träumerei in technischen Dingen up-to-date war, vom modernen dampfbetriebenen Baukran über eine trägergestützte, selbsttragende Dachkonstruktion bis zur damals modernsten Zentralheizung.

Udo Wachveitl als Sprecher verbreitet ein zu bemühtes, behagliches Feeling. Dem BR täten ab und an Auffrischungen bei der Sprecherauswahl gut.

Der Film macht auch deutlich, wie viele Menschen und Berufe sich um die Erhaltung von Baudenkmälern und den Geschichten darum herum kümmern; hier kommen zu Wort: ein Ludwig-Biograf, ein Verwandter von Ludwig II, Ludwig Prinz von Bayern, ein Historiker, der Leiter des Geheimen Hausarchivs von Ludwig II, der Museumsreferent von Neuschwanstein, eine Stadtarchivarin, ein Heimatforscher/Architekt, eine Gemeindarchivar, der Schlossverwalter, eine Restauratorin und eine Schlossführerin.

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