Das amerikanische Kino hat eine starke Tradition von Filmen, die die Medien, ihre Freiheit und deren demokratisches Funktionieren prüfend erzählen. Kürzlich Late Night, Spot Light, die Verlegerin oder deutlich weiter zurück Citizen Kane von Orson Welles von 1941.

Hier im Film von Frank Coraci nach dem Drehbuch von Will Reichel geht es um den Radiomoderator Lionel Macomb (Steve Coogan), der nach 21 Jahren erfolgreicher Show selbst zu Ruhm, Wohlstand und einer Luxuswohnung in einem Wohnhochhaus in Manhattan gekommen ist, inhaltlich immer weiter nach Rechts driftend und dem in Gareth Whitley (Skylar Astin), den er selbst protegiert hatte, ein ernsthafter Konkurrent erwächst; seine eigenen Quoten sind bestenfalls stabil, eher schwächelnd.

Was seine anfängliche Intention von Weltverbesserung, etwas zu verändern in der Gesellschaft, betrifft, muss er kleinlaut zugeben, dass sich außer seiner privaten Verbesserung wohl nicht viel getan habe. Die ihn zu dieser deprimierenden Erkenntnis bringt, ist seine wache, neugierige und energievolle Nichte Tess (Taylor Russell).

Tess verschafft sich unangemeldet Zugang zu seiner Wohnung und macht ihn auf den familären, wunden Punkt aufmerksam, dass seine Schwester auf Amerikas Schattenseite lebe, was nicht gerade zum seinem Moral-Image passt, und deshalb verschwiegen und verdrängt wird von Lionel. Daraus bezieht Tess ihr Erpressungspotential, um vorerst bei ihm einzuziehen und dann sogar einen Hinter-den-Kulissen-Job bei seiner Show zu erhalten.

Die Anwesenheit von Tess und deren Aktivitäten setzen dramaturgisch sorgfältig kalkulierte Entwicklungen und Prozesse in Gang, die zu einem dramatischen Höhepunkt im letzten Drittel des Filmes führen, der Life-Show im Fernsehen mit seinem Widersacher Gareth und der Senatorin Judith Montefiore-Salters (Judith Light). Daraufhin erfolgt die Katharsis. Womit das amerikanische Kino ein belastbares Zeichen setzt für das Funktionieren der Demokratie trotz oder gegen alle Trumpheiten.

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