Ernst /Unernst.

Mit einem ernsten, aktuellen Thema fängt der Film von Andy Muschietto nach dem Drehbuch von Gary Dauberman nach Stephen King an.

In Derry einer idyllischen Kleinstadt in New England, ist gerade Jahrmarkt. Hier vergnügen sich zwei Männer, die sich lieben. Sie werden von anderen jungen Männern angepöbelt mit verheerendem Ausgang.

Die erste Szene hat jedoch mit dem weiteren Verlauf des Filmes nichts zu tun, außer dass der satanische Clown ins Spiel kommt. Der hat hier vor 27 Jahren gewütet und eine Gruppe von Schulkindern arg mitgenommen, so dass sie sich Blutsbrüderschaft und Rache geschworen haben. Sie nennen sich „Die Verlorenen“. Das ist eine ernst zu nehmende Ausgangslage für einen Horrorfilm.

Der Film springt jetzt wieder ins Heute und will eine ordentliche, ernste Exposition für das, was folgt, hinlegen. Das geschieht verwirrend schnell. Im Minutentakt wird je wie ein neuer Film angezettelt, werden die Kids von damals in ihrer heutigen Umgebung gezeigt und wie sie einen Anruf von Mike Hanlon (Isalah Mustafa) aus Derry bekommen, der sie aus allen Wolken fallen lässt.

Sie hätten sich umgehend in Derry einzufinden, denn der Clown sei wieder in Erscheinung getreten und müsse gemäß dem Blutsschwur der Gruppe bekämpft werden. Diese Exposition ist zwar ernsthaft gedacht, um die Handlung zu begründen, aber sie ist wohl aus erzählökonomischen Gründen zu sehr nur anskizziert, wirkt insofern verwirrend, vor allem, wenn man den Vorgängerfilm „Es“ nicht präsent hat.

Weiter geht es mit dem Ernst/Unernst-Stil mit dem Füllen des Hauptbauches des Filmes. Hier bewegen sich die Ehemaligen in der Stadt ihrer Jugend. Sie begehen Örtlichkeiten und begegnen ständig ihren früheren Ichs. Das hat etwas Gemütlich-Behäbiges, wird aber unernst ständig durchbrochen durch Ex-Nihilo-Horror der Geisterbahnsorte, der irgendwoher mit scheußlichen Grimasse und Körperlichkeiten geschossen kommt. Und dann immer die Blicke und Gänge in die Gullis.

Richtig unernst und richtig schön spooky horrorhaft wird es zum Dessert, wenn die Mimen im Heute den Clown besiegen wollen. Der ist ein fantasievolle Figur aus Spinne/Schlange/Affenzahn und Clownsgesicht. Hier entsteht eine entfesselte, Horror-Bilder-Welt, die sich selbst auf die Schippe nimmt, wenn die Kämpfer drei Holztüren vor sich haben, auf der einen steht „überhaupt nicht gruselig“ auf der zweiten „gruselig“ und auf der dritten „sehr gruselig“.

Dieser Horror-Fun wird geht über in never-ending Endings, weil der Film – jetzt wieder todernst – jeden Handlungsstrang einzeln ordentlich zu Ende bringen will.

Bill Skarsgard spielt den Clown Pennywise, Jessicy Chastain die einzige Frau unter den „Verlierern“ Beverly, James McAvoy spielt Bill, Bill Hader ist Richie, Jay Ryan gibt den Ben und Stanley wird von Andy Bean dargestellt.

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