Thriller von Yuval Adler nach dem Roman „The English Teacher“ von Yiftach Reicher Atir vor hochbrisantem weltpolitischen Hintergrund, vor dem Konflikt Israel-Iran, vor dem explosiven Nahostkonflikt mit Diane Kruger als Anne, eigentlich Rachel; sie wird zum Epizentrum der Mossad-Operation „Business as usual“.
Mit ihrer durchwachsenen Biographie, geboren in Australien, sie behauptet adoptiert zu sein, dann plötzlich in Canada, passt sie nicht ganz in das Schema der Agenten. Aber der Irankonflikt verlangt nach besonderen Lösungen. Sie ist ungebunden. Sie hat eine chamäleonhafte Anpassungsfähigkeit an ihre Umgebung und an ihre Rollen. Aber sie ist auch eine innerlich nicht gefestigte Frau, die nie das Gefühl hat, das zu tun, was sie wirklich wollte. Insofern ist sie verführbar, benutzbar, einsetzbar. Aber eben auch unberechenbar, wenn, was für einen Agententhriller höchst selten ist und spannungserhöhend, weil riskant, sie einen Entwicklungsprozess durchmacht.
Das passiert aus dem Grund, weil sie persönliche Beziehungen von Mensch zu Mensch ernst nimmt, weil sie nicht die kalte Killeragentin ist, wobei sie in ihrer Unsicherheit auch nicht davor zurückschreckt, einen Zeugen mit einer kleinen Injektion in den Hals ins Jenseits zu befördern.
Das ist die Krux mit ihr, dass sie menschliche Beziehungen sucht und lebt. Ebenso mit Thomas (Martin Freeman), ihrem Anwerber und direkten Vorgesetzen. Sie ist wach und ist in der Lage, die Schönheiten eines Ortes zu sehen und zu schätzen, ob das bei einem Mossad-Treffen in Israel ist oder das Leben in Teheran, wohin sie als Englisch-Lehrerin geschickt wird, auch wenn sie kein Persisch lernt, sie findet Zugang zu den Menschen, lernt deren Liebenswürdigkeit schätzen.
Über diese Eigenschaft kommt sie in Kontakt mit einer wertvollen Zielperson des israelischen Geheimdienstes, mit Farhad (Cas Anvar), dem Mitinhaber von Razavi-Electronics, wobei sein älterer Bruder das Sagen hat. Die Israelis wollen diese Firma zum sich dessen nicht bewussten Zwischenglied für ihre Iran-Aktivitäten ausbauen. Dem kommt entgegen, macht es aber noch schwieriger, dass Anne mit ihm ein – ehrliches – Verhältnis anfängt.
Das löst Nervosität bei den Diensten aus, auch im Safe-Haus in Köln (Deutschland ist einer der Mitproduzenten dieser israelisch-französisch-deutschen Koproduktion).