Klumpfuß-Kino.

Das Drehbuch von Martin Rauhaus, einem Fernsehvielschreiber, handelt von einem Intellektuellenehepaar, das sich nach 25 Jahren Ehe trennen will. Sie haben zwei erwachsene Kinder. Die Ehe dürfte Routine geworden sein. Der Ehemann hat sich sinnlos in seine Assistentin verliebt, zweiter Frühling. Er arbeitet als Direktor in einem Aquarium. Sein Lieblingsforschungsobjekt sind die Quallen, die bei ihm immer auch sexuell aufgeladen sind. Seine Frau hat zugunsten der Familie auf eine Karriere verzichtet; ist kleptomanisch veranlagt.

Das Ehepaar will die Trennung von einer Paartherapeutin begleiten lassen. Die Geliebte schmeißt den alten Gockel raus. Über das Einschläfern des Hundes flammt die alte Beziehung wieder auf.

Rein vom Plot her könnte das funktionieren, eine ähnliche Geschichte hat bei dem österreichischen Film Die Wunderübung bestens unterhaltendes Kino hervorgebracht.

Hier im Film von ARD/DEGETO bekommt man es allerdings mit krassen Fehlern von den Anfängen der Produktion an zu tun, die mit Zwangsgebührengeld offenbar nachlässig und inkompetent umgeht.

Es fängt mit der Ausgestaltung der Figuren durch das Drehbuch an, geht mit der Besetzung von Rainer Kaufmann als Regisseur weiter, dem jegliches Feeling für cineastisches Erzählen zu mangeln scheint, dito gilt das für die Kamera mit ihrem Halbnahkomplex und die generell desorientiert im Raum rumsteht, so dass auch viele Hinterköpfe gut mittig zur Geltung kommen und die Figuren im Raum absaufen lassen. Desgleichen gilt für den Schnitt, das humpelt und rumpelt, aber mit dem Material dürfte mehr nicht anzufangen sein, das gilt für den Cast, bestimmt alles erstklassige Schauspieler, namhafte wie Martina Gedek und Ulrich Tukur, aber sie passen nicht zusammen.

Die Darsteller rattern ihre Texte gekonnt runter, wie bei einem Boulevardstück oder eine Schnell-Schnell-Lieblos-Synchro, aber es ist kein Boulevardstück und auch keine Synchro und zum Nachdenken bleibt den Darstellern keine Zeit.

So mit Zwangsgebührengeld umzugehen, das heißt, dem Zwangsgebührenzahler den Stinkefinger zeigen. So etwas macht heute jeder Youtuber besser. Und billiger. Und nicht auf unsere Kosten.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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