Love after Love

Pseudomodernistisches Familie-klebt-zusammen-redet-und-liebt-Quasselszenen-Konglomerat.

Die Familie ist US-ostenküsten-bildungsbürgerlich in den Bereichen Theater, Literatur und Schneiderei zugange. Sie diskutieren andauernd die Themen Liebe, Glück, Hass und Outfit. Manche haben Sex. Mit ihren Partnern. Oder auch mit anderen.

Im Laufe des Filmes stirbt der Neue der Mama Susanne (Andie MacDowell; schauspielen heißt, gezielt sich bewegen und gezielt lachen); vorher ist er zum umständlichen Pflegefall geworden.

Später stirbt die Oma unangekündigt, weil sie alt ist oder weil Regisseur Russell Harbaugh, der mit Eric Mendelsohn auch das Drehbuch geschrieben hat, Spaß an Beerdigungen hat. Er will nicht zu sehr sich in Begründungen und Handlungslogiken einbinden lassen.

Die Kamera sticht am liebsten mitten in den häufigen Familienpulk hinein, wählt sich eine Figur aus oder eine im Anschnitt oder mehrere, sprechen können gerne andere, die nicht im Bild sind, diese Art der Präsentation scheint hier Methode zu haben, die Bilderrealität, die so eine Familie abgibt, zu fragmentieren, wie denn überhaupt abrupt von Szene zu Szene gehupft wird, auch durch die Zeiten und zwischendurch gibt es eine viel zu lange, uninspirierte Kabarettszene mit Sohn Nicholas (Chris O‘ Dowd), der zweiten Hauptigur, der immer mit dem gleich entgeisterten Blick in die Welt schaut.

Weil die Sprecher oft länger im Off sind, fällt die deutsche Billigsynchro nicht ganz so negativ auf, die generell ermüdend im gleichen Rhyhtmus dahinplätschert, als ob ewig das Gleiche gespielt würde. Vielleicht ist es im Original ja so. Und vielleicht kann das Sundance-Festival uns erklären, weshalb es diesen Film gefördert hat, was an dieser B-Übung mit B-Cast, an dieser beliebig erscheinenden Familienkonfusion, so interessant sein soll. Und der deutsche Verleih kann uns vielleicht nahe bringen, was er sich davon verspricht, diesen Film bei uns ins Kino zu bringen.

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