Führ diesen Film plündert Pedro Almodovar seine eigene Biographie.
Antonio Banderas spielt den in die Jahre gekommenen, weltberühmten Regisseur Salvado Mallo, der nur noch krank ist, kokst und einen wilden Mix aus Tabletten nehmen muss und schlucken kann er auch kaum mehr. Er lebt allein, ist fixi foxi.
Seine Mitarbeiterin ist Mercedes (Nora Navas), die ihm die Stange hält. Zum 30-jährigen Jubiläum eines seiner frühen Filme soll er zur Präsentation einer restaurierten Fassung erscheinen. Dies ruft Erinnerungen in ihm wach. Damals war er mit seinem Protagonisten Alberto (Asier Etxeandia) im Streit auseinander gegangen. Dieser soll aber auch zum Jubiläum anreisen. So nimmt er den Kontakt wieder auf.
Salvador erinnert sich aber auch an seine Anfänge. Die schneidet Almodovar in Rückblenden in den Film. Kindheit in einem spanischen Dorf mit der attraktiven Mutter Jacinta (Penélope Cruz). Er ist ein waches Büblein, und Almodovar hat dafür auch eine grandiose Besetzung (Asier Flores)gefunden, das früh lesen und schreiben lernt und spürt, dass Film etwas Besonderes ist.
Das ist einer der seltenen Filme, von denen man alles erzählen möchte, weil es so schön ist, so einmalig, so wunderbar.
Die Szene zwischen dem kleinen Salvador in dem Haus, das mit den urchristlichen Katakomben verglichen wird und dem Analphabeten und Maler, dem er das Lesen und Schreiben beibringt als Entschädigung für die Malerarbeiten im Haus. Und wie der Bub vom Bett aus mit Blinzeln den nackten Mann, der sich nach dem Arbeiten wäscht, sieht und von da an über seine Faszination Bescheid weiß.
Oder die Wiederbegegnung mit seiner großen Liebe Federico (Leonardo Sbaraglia), den er vor 30 Jahren verloren hatte, der in Argentinien lebt und zufälligerweise die Premiere des Theaterstückes „Sucht“ mitbekommt, was die Erinnerung an diese Liebe aufweckt und die beiden sich treffen lässt.
Für mich ist das der vielleicht beste und faszinierendste Film von Kino-Großmeister Almodovar, weil es sein persönlichster sein dürfte und vor allem, weil, wie mir scheint, er hier nicht das Bedürfnis nach Message verspürt, Toleranz und Verständnis für Minderheiten zu fordern (was ja ein löbliches Unterfangen ist). Er verlangt verdiente Aufmerksamkeit für ein Menschenleben, ein Künstlerleben.