4K-Restauration eines Filmes von Henry Bean von 2001 mit dem faszinierenden 21-jährigen Ryan Gosling, brillant in der Hauptrolle des hochintelligenten, von Widersprüchen im Judentum umgetriebenen Danny.

Dannys Problem entzündet sich an der Problematik Abhrahams, der seinen Sohn auf Gottes Geheiß töten soll. Wie das als Liebesbeweis zu verstehen sei. Was das mit der Allmacht Gottes zu tun habe, mit der Auserwähltheit und dem einzigartigen Leid des jüdischen Volkes. Schon in der Schule quält ihn das Thema, als erwachsenen Intellektuellen nicht weniger.

Weil Danny keine Lösung findet, lässt er, der erzogene und geschulte Jude, sich faszinieren von den Antisemiten, macht bei einer Gruppe von Skinheads mit, will unbedingt einen Juden töten.

Die Neonazis wissen nichts über seinen Hintergrund. Er fällt mit seinen Argumentationen auf, weil er so beschlagen ist, weil er sagt, man müsse sich über seinen Gegner erkundigen, sich Wissen über ihn holen. Er soll sogar für eine Gruppe mondäner, wohlhabender Bürger, Faschisten, in der feinen Gesellschaft Referate halten und sie für die antisemitischen Ideen begeistern. Aber in ihm sträubt sich die jüdische Erziehung dagegen, auch die Faszination durch die Schrift. Wie er mit seinen Neonazis eine Synagoge verunstalten soll, greift seine Ehrfucht vor der Thora, vor dem geschriebenen Wort ein.

Ein Film von besonderer Brisanz und Wichtigkeit in einer Zeit, in der aggressive Agitationsgruppen semitischer wie antisemitscher Couleur den ungelösten und unlösbar scheinenden Nahostkonflikt immer mehr auch zu uns zu tragen versuchen.

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