Special-Effects-Orgie mit wilden Dimensions- und Verpuffungsverschwurbelungen (Figuren, die wie Wasserfarben sich ins Spektrum auflösen und dann woanders wieder auftauchen) von schablonenhaften Menschen, deren bedeutungsvoll betonte Banalsätze in öden Stehpartys Gewicht bekommen sollen („Sie ist fort. Sie ist frei.“).

Der Film fängt 1975 an. Ein besonderes Mädchen wird in das Institut von Professor Charles Xavier (James McAvoy) gebracht. Er verspricht ihr das Beste für sie, das sei ein Ort mit speziellen Menschen wie sie. Es ist der Ort, an dem die X-Men sich rekrutieren.

1992 geht bei einer Space-Shuttle-Mission etwas schief. Das erwachsene besondere Mädchen Jean wird jetzt von Sophie Turner gespielt. Die X-Men sind gefragt für den waghalsigen Einsatz im All. Sie werden mit Kräften einer Sonneneruption konfrontiert, die sie nicht beherrschen können.

Auf Jean hat das eine verheerende Wirkung: sie wird zu Dark Phoenix mit unkalkulierbaren Energien und Fähigkeiten. Sie wird deshalb von einer Gestaltwandlerin (Jessica Castain) gejagt.

Die X-Men, die sind schon eine originelle Crew mit ihren Anleihen an Indigenen-Kulturen. Aber in diesem Film von Simon Kirberg nach dem Drehbuch von John Byrne + 3 nach den Comics von Jack Kirby und Stan Lee haben sie wenig Chancen, diese menschlich eventuell urwüchsige Komponente zum Tragen zu bringen. Hier herrscht die Killerdominanz der Special-Effects der Computer-Animation. Die Geschichte verläppert sich darin. Die statische Inszenierung lässt den Darstellern keinen Gestaltungsraum.

Wer meine kühle, zurückhaltende Reaktion auf diesen Film nachvollziehen möchte, der sollte sich den in zwei Wochen anlaufenden „Brightburn – Son of Darkness“ anschauen, zwar im Horrorgenre angesiedelt, aber mit vielen Parallelen: ein 5-Sterne-Glanz-Menü gegenüber diesem Produkt aus industrieller MassenComicHaltung.

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