Uli Gaulke (As Time goes by in Shanghai) hat in Hollywood ein Künstleraltenheim entdeckt und war der Ansicht, er müsse uns darüber berichten. Denn das ist nicht gerade das, was wir unter einem Altenheim bei uns vorstellen. Es handelt sich um eine ausladende Anlage mit Wohnblocks und mit Bungalows. Also nichts wie das Haus der Friedmann-Stiftung am Viktualienmarkt in München für bedürftige Künstler.

In der großzügigen Anlage in L.A. verbringen Hollywoodkünstler ihren Lebensabend: Schauspieler, Produzenten, Regisseure, Autoren, Schnittmeister. Stifter der Häuser sind berühmte Hollywoodstars.

Allerdings ist hier im Film von Uli Gaulke, der mit Marc Petzke auch das Drehbuch geschrieben hat, nichts über die Aufnahmebedingungen, nichts über die Kosten zu erfahren, nichts über die Hintergründe. Zu tief will Gaulke nicht in die Materie eindringen.

Gaulke zieht es vor, ein Traumbild vom Traumalter der Künstler der Traumfabrik im Traumaltenheim zu entwerfen.

Die fahren rüstig und munter auf ihren Elektroscootern auf dem Gelände herum.

Viel Zeit verbringt eine von Gaulke herausgepickte Gruppe in einem Creative Writing Workshop. Die alten Hollywoodherrschaften versuchen, Casablanca fortzuschreiben. Sie drehen selbst einen Film. Sie schauen ihn sich an.

Eine Dame geht mit über 100 Jahren noch munter zu Auditions und spielt immer wieder in Filmen mit.

Im Zusammenhang mit dem Schreibworkshop wird es einen Moment etwas persönlicher, wenn Einzelne aus ihrer Kindheit und dem Verhältnis zu den Eltern erzählen. Das hat Gaulke wohl in seinen Film genommen, um dem zu Recht erwartbaren Einwand der schieren Oberflächlichkeit und billigen Mäuschendoku etwas entgegenzusetzen zu haben.

Zwischendrin gibt es Clips aus berühmten Hollywoodfilmen.

Der Film Ü 100 von Dagmar Wagner über Hundert- und Mehrjährige in Bayern ist dagegen deutlich breiter aufgestellt.

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