Das Kino als Bühne für Kampfkunst,

tief moralisch und mit ein Paar Spritzern chinesischen Nationalismus‘ parfümiert. Denn der britische Statthalter der Kronkolonie Hongkong ist eine fiese, dumpfe, durch und durch kriminalisierte Nummer. Das piekst dann doch trotz Brexit den Europäer in einem.

Moralisch sind auch manche Kämpfer und Gangbosse. Der Protagonist Cheung Tin Chi (Max Zhang), der ein Wing-Chun-Meister war, hört auf zu kämpfen, nachdem er gegen IP Man einen Fehler gemacht hat. Er zieht sich zurück in eine wunderbare Filmstudio-Ladenstraße und möchte mit seiner kleinen Bude und seinem Sohn ein ruhiges Leben führen.

Auch die Clanchefin Kwan (Michelle Yeoh) ist eine Geläuterte. Sie will ihren Clan legalisieren – wobei sich die berechtigte Frage stellt, wie die noch Geld verdienen wollen.

Ihr jüngerer Bruder Kit (Kevin Cheng) – und vielleicht deshalb moralisch nicht so gut geraten – bringt die Pläne durcheinander. Er fängt in der hübschen Studioladenstraße an, mit Heroin zu dealen. Das rührt den abgelegten Kampfgeist und das Ehrgefühl in Tin Cheung Tin Chi und führt zu den dramatischen Entwicklungen im Film, die immer wieder neue Kampfsituationen ergeben.

Die Räume sind stets so eingerichtet, dass einiges zu Bruch gehen kann. Die Gegner sehen oft nach physischer Überlegenheit aus oder der gute Kämpfer muss in Eisenfesseln sich wehren. Die Guten wie die Bösen scharen beide Unterstützer um sich. Und dass das Gute siegt und sich diese Moral auch auf den Nachwuchs überträgt, ist weiter nicht verwunderlich, sonst könnte einem beim Verlassen des Kinos unbehaglich werden.

Das Brillante an diesem Film von Woo-Ping Yuen nach dem Drehbuch von Edmond Wong und Chan Tai Lee sind die Kampf-Szenen nach Kung Fu. Sie sind so reell wie möglich inszeniert. Sie erwecken nicht den Eindruck von zarten Händen, die das alles am Computer generieren. Sie sind eine Show, gerne am Rande eines phänomenalen Tanzes, nie besonders blutig, auch wenn mal ein Arm dran glauben muss, aber mit so klarem scharfem Schnitt, dass die Requisite sich nicht weiter um Blutersatz kümmern muss.

Angenehm ist auch, dass nicht mit wilder Wackelkamera versucht wird, Kampfauthentizität herzustellen. Der Gebrauch von Feuerwaffen hält sich in engen Grenzen.

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