Die Bildung liegt auf der Straße oder vom Studium der Waschtrommel.

Oder im Internet. Man muss nur neugierig sein oder fragen, schauen und denken.

Im Bildungsphilosophiegalopp reitet Katharina Mihm nach dem Drehbuch von Andreas Laudert und initiiert von Bertrand Stern, getrieben vom Idealismus-Enthusiasmus wie ein verführerischer Professor (führt wie einsten Faust die Schüler an der Nase herum) an der Wandtafel von Gedanke zu Gedanke, von Situationsskizze zu Situationsskizze, Gespräche über Bildung, Sprache, Forschung, Familie, Liebe, Ehe über Chairos und Chronos, über den Schlaf und das Nichtausschlafendürfen als Freiheitsberaubung.

Menschen abseits der Schule, die forschen, nachdenken, zeichnen, die lernen wollen im Taxi, im Museum, auf der Parkbank, in einem Freiraum, in einer Gruppe, in der Eisdiele, beim Uhrwerkstüftler, im Campingwagen, beim Mittagstisch.

Mihm zeigt mit diesen Skizzen, wie Menschen ohne Schule und Pauken von Wissen sich Bildung aneignen, sie tun das in einem anregenden Parcours im Austausch mit anderen, mit Eltern, Gleichaltrigen, Mentoren, Zufallsbekanntschaften, Coaches, mit Büchern und Internet und zwar aus eigenem Antrieb.

Der Film ist ein geistreiches Votum für das freie Recht auf Bildung in der Form einer unterhaltsamen Dokumentation, die sich als Argument für eine fiktive Verhandlung des obersten Gerichtes entpuppt, in der es um die Abschaffung der landesgesetzlichen Normen zur Umsetzung einer Schulpflicht geht. Der Gesetzgeber hat dafür zu sorgen, dass jeder einzelne den Anspruch hat, sich frei bilden zu dürfen.

Die Dokumentation, die den Hauptteil des Filmes ausmacht, belegt unterhaltsam die vielseitigen Bildungswege abseits der Schule von Nur (Yunus Gürkan), Lovis (Carl Hiller), Jane (Emma Brüggler), Max (Paul Csipai) und Saskia (Lena Stoll). Aus allen ist etwas geworden! Siehe auch die Website des Films.

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