Im Menschen steckt ein Monster. Damit muss er sich beschäftigen, solange er monströse Taten vollbringt, ob er Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken lässt oder mit Drohnen präventiv Menschen tötet oder als Individuum Massacker anrichtet. Insofern steckt im Monsterfilm ein Körnchen Wahrheit. Wobei das Genre sich gerne verselbständigt und keinen moralischen Anspruch vertritt.

Hellboy (David Harbour) ist ein recht menschliches Monster mit markantem Gesicht und zwei Monsterbeulen wie Stempeln auf der Stirn, schräger Mund, markiges Kinn, sich Raum schaffenden Backenknochen und leicht wässrigen Augen. Unehrlichkeit traut man ihm nicht zu, Verschlagenheit auch nicht, Überinntellektualität ebenso wenig: in einem Buch, das er zur Recherche über den Verbleib der Hexe und Blutkönigin Nimue (Milla Jovovich) herbeiziehen soll, sind ihm zu viele Buchstaben.

Dem M11 ist es gelungen, Hellboy, den „Paranormal-Agenten“, auf seine Seite zu ziehen. Das ist das Verdienst von Professor Bruttenholm (Ian McShane), den Hellboy Dad nennt. Wie einsten James Bond wird er mit einem speziellen Köfferchen ausgestattet. Der Inhalt des Köfferchens ist bemerkenswert: ein Gewehr das mit Engelsknochen schießt und im Moment dieser Info auf seinen vordern Schwanz gerichtet ist, das muss spezifiziert werden, denn hinten hat Hellboy auch einen.

Hellboys Team besteht aus dem Asiaten Ben Daimio (Daniel Dae Kim, hier als Narbengesicht) und Alice (Sasha Lane), mit der ihn eine eigene Geschichte verbindet, die mit dem Gegenmonster Gruagach zu tun hat.

Das ist die Mannschaft, die antritt, um den Film zu füllen als spassig-flachsendes Planschbecken für das Monstergenre angereichert mit knackig-knappen, flappsigen Sprüchen. Neil Marshall für die Regie nach dem Drehbuch von Adnrew Cosby nach den Comics von Mike Mignola. Die Monster wirken sehr physisch, weniger computeranimiert, eher so, als seien sie aus Pappmaché, das verleiht ihn haptische Geisterbahnqualitäten und dem damit verbundenen Fun. Wenn sie Hellboy gegen drei von ihnen auf einer richtigen Wiese kämpft, erhöht das diesen Realeindruck.

Als Vorspann wird die Vorgeschichte von King Artus, dem Schwert des Excalibur und der Zerstückelung der Hexe und Verteilung der Fragmente auf eine Unmenge Kästchen, die separat verscharrt werden, in zitatepischem Schwarz-Weiß gezeigt.

Die deutsche Synchro kann sich hören lassen.

Sprüche und Wortwitze: Ich kann kaum erwarten, dass Du Monsterscheiße riechst. Schicksal ist nur ein dummes Wort für Zufall. Hellboy, nimm die Füße von Churchills Tisch (wenn das nicht ein Hinweis auf die reale Menschenwelt ist!). Artus ist heute eine richtig popkulturelle Nummer.

Die Bilderwelt stellt sich als grell und lustvoll plakativ dar. Momentweise erinnern die Monster auch an eine verstaubte anthropologische Sammlungen mit ausgestopften Menschen und Menschenaffen in Glaskästen. Gruselig: der Kuss der Ganeida (?) mit den Haaren auf der Zunge und dem vielen Schleim. Monsterulk, Monsterspaß.

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