Man soll die Toten ruhen lassen.

Die Familie von Louis Creed (Jason Clake, Amy Seimetz als seine Frau Rachel, Jeté Laurence als Ellie, und Hugo Lavoi als der kleins Gage) zieht von Boston nach Main in ein Waldgebiet. Zur Familie gehört auch Kater Church.

Es gibt Traumata in der Familie, Rachel kann mit dem frühen Tod ihrer kleinen Schwester keinen Frieden finden und in Maine erlebt Louis einen Unfallverletzten, der furchtbar zugerichtet ist, den Studenten Victor Pascow (Obssa Ahmed).

Das Haus der Creeds ist außerhalb der Ortschaft Ludlow gelegen am Rande eines weitläufigen Waldgebietes. Ab und an rasen in unverwantwortlich hohem Tempo Lastwagen vielleicht 20 Meter vor den Häusern entfernt über die Landstraße. Der erste, den es erwischt, ist Kater Church. Gut, dass es im Wald einen Tierfriedhof gibt, wunderbar falsch auf Englisch geschrieben, irgendwie „Semetary“ oder so.

Entscheidend für die Aneignung von Wissen über Ludlow, den Wald und den Tierfriedhof ist Nachbar Jud (John Lithgow), ein älterer Herr, der inzwischen allein lebt. Über ihn erfährt Louis, dass es hinter dem Tierfriedhof einen alten Begräbnisplatz von Indianern gibt. Da ruhen ganz andere Geheimnisse, die das Horrorgenre, um das es hier geht, reichlich füttern werden.

Aber wozu sich noch nacherzählerisch betätigen. Der Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King ist 1983 erschienen und hat eingeschlagen wie ein Bombe, ein Welterfolg. Der ist sozusagen Kulturgut. Die Verfilmung ließ bis 1989 warten und auch die dürfte vielen, auch später Geborenen, bekannt sein.

Die Regisseure Kevin Kölsch und Dennis Widmyer haben für ihre neue Verfilmung das Drehbuch von Matt Greenberg und Jeff Buhler nach dem Roman von Stephen King zur Vorlage gehabt. Sie dürften sich sehr genau daran gehalten haben. Sie haben eine erstklassige Verfilmung zustande gebracht. Sie sind sozusagen erstklassig konventionell geblieben. Sie haben gar nicht erst den Versuch einer Neuinterpretation, einer aktuellen Interpretation unternommen. Vielmehr scheint ihr Film von Respekt durchdrungen vor den großen Vorbildern, dem berühmten Erfolgsroman und der berühmten Verfilmung.

Diese Filmemacher wollten womöglich nichts falsch machen. Sie haben alles richtig gemacht, die Stimmungen, die Sprachregie, die Lautstärke der Sprache, die Horroreffekte, die Schauspielerauswahl- und führung, Ausstattung, Lichtsetzungen, Tonspur, Schnitt, alles erstklassig und handwerklich gekonnt – aber wir leben nicht mehr in 1989, das ist vielleicht das Manko – von uns aus gesehen ist 1989 doch eine recht übersichtliche und beschauliche Zeit, außer dem Fall der Mauer, der vieles in Bewegung setzte, woran wir heute noch knabbern. Aber da hat es den Friedhof der Kuscheltiere schon gegeben. Der stammt noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Und das ist vielleicht das Problem mit dieser allzu ordentlichen Neuverfilmung.

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