Mondo Godardiano.

„Je me crois le plus heureux des mortels“.

Seinem Film stellt Altmeister Jean-Luc Godard den Satz voran, dass die Herren der Welt Becassine fürchten sollen, denn sie sei verschwiegen. Dem setzt er entgegen, dass es die „condition“ der Menschen sei, mit den Händen zu denken. Dazu die Androhung der Arbeit der Hände mit dem Zelluloid.

Daraus wird vorerst ein luxuriöses Vergnügen, ähnlich wie die Philosophie. Bilder- und Kinophilosophie mit Themeneinwürfen wie „Hände und Bilder“, „Bilder und Moral“… Bilder und Zeichen, Worte und Lügen, Bilder- und Bildfetzen in chromatischen Verfremdungen und andere Bearbeitungen von Schnipseln aus der Filmgeschichte, Remakes, Wiederherstellungen …

Essayistische Montage von Worten; Waffen und Gewalt, Liebe und Lüge … Krieg, Terror und Kunst; Kommunismus, Kapitalismus, die Kultur und die Folgen. Der Staat und seine Gewalt.

Ein Tour d’horizon von Godard durch seine Erinnerungen, verfremdet, das Drübergehen über die Bilder, das Remake? Verändernde Arbeit der Erinnerung?

Der Altmeistergeist denkt nur noch in Schnipseln und richtet sie sich zurecht. Oder von der Handlichkeit des Textes. Macht er sich seine Bildtexte handlich? Im Sinne seiner Wahrheit? Oder sogar: à la recherche der verlorenen cinematographischen Erinnerung? Abenteuer und Verzweiflung der Kinoerinnerungen? Ruinen der Erinnerung? Die Erinnerung noch festhalten wollen, bevor sie verschwindet? Alle. Wie viele sind alle? Wie viele Bilder sind durch Godards Kopf gegangen? Wie viele sind noch da?

A steady Stream of Cinémaness.

Auf der Suche nach den verlorenen Paradiesen. Der Orient, Felix Arabia. Hier hakt er sich fest. Es treibt ihn um. Dieses einstige Paradies, wie es durch den westlichen Ölhunger zerstört wurde. Wie die Religion anfing, zerstörerisch zu werden.

Mit diesem Bilder- und damit Bewusstseinsreichtum weist Godard die Dürftigkeit des Zeitgeistkinos in seine engen Schranken.

Wer wirft den ersten Stein?
Schlafen, Träumen oder vielleicht auch Bilder (schauen, bearbeiten, sortieren?).

Liberté, fraternité, cinématé

Wer wird die Welt retten?

etcetera etcetera

Ben Kadem aus Dofa. Allusionist.

Ist das jetzt beliebig oder verbindlich?
Auf jeden Fall: anregend!

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