Vielleicht sollten Frauen, die von Weltraum und erst recht von Weltraumfilmen wie Gravity keine Ahnung haben, die Finger davon lassen, Weltraumfilme drehen zu wollen.

Erst recht, wenn sie von ihrem Thema, dem Sexhunger alternder, intellektueller Frauen nicht loskommen. Dieses hat Claire Denis, die hier mit Jean-Pol Fargeau + 2 auch das Drehbuch geschrieben hat, in ihrem Vorgängerfilm Meine schöne innere Sonne kühl und anregend analysiert, ebenfalls mit Juliette Binoche. Das war vor gerade mal einem Jahr.

Da muss viel passiert sein dazwischen oder die Herausforderung mit dem Weltall war eine Schnapsidee und sie hat sie bis zum bitteren Ende in einer peinlich hausbackenen Ausstattung durchgezogen. Sie schickt eine Gruppe von Verbrechern, die auf der Welt die Todesstrafe erwarten würden, auf eine Weltraummission, die einem Selbstmordkommando gleicht. Rückkehr unwahrscheinlich. Die sollen aus einem Schwarzen Loch Rotationsenergie gewinnen, eine nette Spinneridee.

Als Stars hat Claire Denis neben Juliette Binoche als Dr. Dibs Robert Pattinson als Monte verpflichtet. Auch er spielt ernsthaft als ob er große Kunst mache. Worin diese große Kunst besteht, ist nicht leicht zu erurieren. Die ist eher niedrig als hoch. Sie versucht sich in Dreckstexten und Fick- oder Onanietexten und -akten. Das wirkt wie ein billiges, aber hochverklemmtes Weltraumsexfilmchen.

Wobei der Geschlechtsverkehr, der Ersatzverkehr, das Spermienabzapfen, das Spermien-via-Pipetten-in-Muschis-Einflößen ungefähr so erotisch abläuft, wie das Aufdrehen eines Wasserhahnes.

Es gibt hübsche Szenen, die an Tanzchoreographien erinnern. Und ein Säugling spielt mit im Weltaum. Der wird nackt gezeigt, während die versauten Erwachsenen meist züchtig in Slip und mit mehr sich produzieren.

Schwarze, graue und weiße Wasser bis zur Molekülwolke decken die Spanne der weltraumrelevanten Begriffe ab. Die Entsorgung von toten Raumfahrern geht ganz einfach; sie in die Raumanzüge stecken, Tür auf und raus. So ist es halt im Leben, auch im hochkulturellen Künstlerleben, da geht auch mal ein Schuss daneben. Bilder eines Scheiß-Seins oder eines Seins zum Scheiß-Sein.

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