Armageddon unter der Waschmaschine.

Den ersten Punkt macht dieser zweite Lego-Film von Mike Mitchell nach dem Buch von Phil Lord, Christopher Miller + 3 schon mit der Legoisierung des Warner-Emblems, wie spielerisch leicht doch damit umgegangen werden kann.

Den zweiten Punkt macht der Film in seiner ersten Phase. Hier dominiert die Welt der Phantasie, das Erstaunen darüber, was aus so kleinen, normierten Steinen sich für grundverschiedene Gebilde und Figuren zusammenstellen lassen, die Faszination der Verwandlung, der Metamorphose ebenso wie das Thema der Vernichtung derselben, die Grundfaszination von Lego überhaupt: Bauen, Entstehen und Zertrümmern, Vergehen.

Vielleicht gehört dazu auch noch die Philosophie, dass Chaos stark mache als ein Plädoyer für die Kreativität. Hier sind die Buben in der Pressevorführung in der Reihe hinter mir voll fasziniert, ihre Köpfe lehnen sich in höchster Anspannung, höchster Konzentration nach vorne, um nichts zu verpassen, damit ihnen nichts von dieser kostbaren Phantasiewelt entgeht.

Dann folgt die um ein Mehrfaches längere Phase des verquirlten Storytellings, kein schöpferisches Chaos mehr, nur noch ein Durcheinander in einem kruden Mix aus abgelutschen Genreversuchen, die aber auch gar nichts mehr mit Kreativität zu tun haben: Action, Verfolgungsgeschichte, Entführungsgeschichte, Rettungsgeschichte, Romanze, Musical, Sisterwelt und Umerziehung, Hochzeitsgeschichte und Gehirnwäsche, Show, Operette, Liebesschmonzette und Melodram, simple Pop- und Schlagermusik und wie in einem Almanach müssen alle möglichen Kinderspielfiguren auftreten, außer Mogli und Kasperl vielleicht, aber dafür sogar die Gerechtigkeits-Oma (ich nehme an, das ist RBG, die gerade im Kino in einer Doku und demnächst in einem Spielfilm vorkommt) da sinken die Köpfe dieser Buben kurz vor Ende ihrer Bubenzeit in die Kinopolster zurück im Kino Gabriel in München, welches selber vorm Armageddon steht und – traurig – für das sich wohl niemand in der überreichen Stadt München stark macht.

Ein interessanter Erzählfaden könnte die Geschichte von der Zeitreise sein, die dazu führt, dass der junge Held seinem späteren und gewandelten Alter Ego begegnet, aber das ist nur ein Streusel unter vielen, vielen.

Und ab und an spielen reale Kinder mit- und gegeneinander; Mutter greift ein mit: „Aufräumen!“. Dann landen die Figuren im Armageddon, in der schwarzen Spielzeugkiste oder eben unter der Waschmaschine, doch der Film findet immer noch kein Ende, dabei hat er seine Pluspunkte längst verspielt.

Die Moral von der Geschicht: Krieg verhärtet das Herz.

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