Ein Hochzeitsfilm,

ist es auch.

Der Film von Dean DeBlois, der mit Cressida Cowell ebenfalls das Drehbuch geschrieben hat, läuft auf eine spießige, gänzlich humorfreie Hochzeit hinaus; die beiden Protagonisten Astrid und Hicks geben sich das Ja-Wort mit großem Gefolge von Wikingern und Drachen auf einem Felsen.

Ein Familienfilm auch, denn Jahre später segeln Hicks (jetzt erwachsen und bärtig wie der Prophet) mit Frau und Kindern in einem Geborgenheit erzeugenden Boot übers Meer. Da taucht aus den wilden Kindheitsfantasien sein schwarzer Nachtschatten Ohnezahn auf. Jetzt darf in der Familie gewerweißt werden, ob es diesen Drachen und alle anderen überhaupt gibt oder ob es Fantasien sind.

Im Film gibt es sie, diese Fantasiewesen – und zwar in Hülle und Fülle, Drachen und Wikinger. Im Overkill der Bilder, die aus Panik vor der Lücke entstanden scheint, schimmert sogar eine Story durch.

Ein böser Drachenfänger will alle Drachen einfangen. Hicks soll seine Drachen retten. Er soll sie in eine geheime Welt führen. Allerdings wird er ausspioniert. Dies wiederum hängt mit einer Lovestory des Nachtschattens zusammen. Dazu muss der Junge Hicks bei seinem Stamm die Häuptlingsposition einnehmen.

Die Rettungsaktion der eigenen und die Befreiungsaktion der bereits gefangenen Drachen wird erzählt mit der Besessenheit der Filmemacher, die offenbar jeden erwachsenen Actionfilm noch überflügeln wollen an Effekten (overeffected), an Massen von Drachenvarianten, Fluggeräten, Kriegern und Schiffen, an Kämpfen und wilden Flugkapriolen, untermalt mit voluminöser Mainstream-Actionmusik.

Diese Überfülle plättete die Kinder, die in der Pressevorstellung saßen. Anfangs haben sie noch reagiert, haben ein- zweimal versucht, Unklarheiten zu beseitigen, dann waren sie absolut still. Und kaum fing der Abspann an, war die erste Frage von einem der Kids, ob er noch zu seinem Freund nach Hause darf.

Was ich bei guten Kinderfilmen sonst oft beobachte, dass sie nach der Vorstellung herausplatzen mit den Eindrücken. Hier waren sie stumm. Was nicht bedeutet, dass Bilder nicht später hochkommen und die Kinder anregen werden.

Eher vermute ich aber, dass bei der Herstellung des Filmes kein Wahrnehmungsschulungspsychologe um seinen Rat gebeten wurde, der weiß, wie Menge und Montage von Bildern auf Kinder wirkt.

Hicks gewinnt eine gewisse Sympathie, weil ihm ein halbes Bein fehlt, welches durch eine Gehprothese ersetzt ist – die wird sich anderweitig noch als nützlich erweisen.

Regie führte Dean De Blois (Drachenzähmen leicht gemacht 2), der mit Cressida Cover auch das Drehbuch geschrieben hat.

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