Die DNA der Liebe?

Von der Magie der Liebe, von ihren wundersamen Kräften.

Der Animationsfilm von Xuan Liang und Zhang Chun zeigt symbolhaft, symbolistisch, was die Liebe mit dem Menschen macht, wie er durch sie schöpferisch, ja vielleicht erst zum Menschen wird. Den Film so zu sehen, zu interpretieren, dürfte den höchsten Genuss bereiten, mehr als ratonalistisches Analysieren und Story oder Plot herausschälen zu wollen.

Es geht um die Liebe von Chun und Kun. Die Liebe verwandelt die Menschen, lässt sie Metamorphosen durchmachen, lässt sie in andere Dimensionen eindringen, lässt sie Fisch sein, umrankt sie mit Pflanzen.

Diese Liebe ist ein Prozess von Trennung, von Gefahr und Rettung, Grenzüberschreitungen, aber auch tägliche Probleme kommen vor, Hierarchien und Machtstrukturen, Rituale und das Volljährigkeitsfest, Hinweis auf den Coming-of-Age-Charakter der Geschichte.

Flut, Pflanzen, Schnee, Naturgewalten und Bäume mit bärigen Kräften, Fischernetze, in denen man hängen bleiben kann und simple Bilder für Rettung und Hilfe, auf einem Delphin sicher übers Meer gleiten, Maske des Drachenkönigs. Die Liebe, ihre schiere Unerfüllbarkeit und Obstakel, auch ordinäres Machtdenken zur Verhinderung von Liebe. Sie ist ein Ineinander und Nebeneinander verschiedener Welten. Sie stellt wunderbare Bilder her von Ranken und Umwandlungen, von Verzauberungen.

Faszinierend ist die chinesische Animationswelt, faszinierend insofern, als sich mir nicht alles auf Anhieb enträtselt. Das Konstrukt ist abstrakt von einer Welt innerhalb der Welt, von einer gefährlichen Menschenwelt, von einer Durchlässigkeit der beiden Welten (schwer zu bewerkstelligen), von den Seelen, die in einem Delphin sind, das Ankommen in der Volljährigkeit, die Zeremonie dazu und am Schluss die Message, dass das Leben eine Reise sei und die Behauptung von der Magie der Liebe, die sich auch durch unterschiedliche äußere Formen zeige und erkennbar sei.

Diese metaphorischen Welten sind teils apokalyptisch, ein Meer, was rückwärts geht, Feuerwelten, die Jahreszeiten spielen verrückt, Schnee im Sommer. Märchenhafte Figurwelten, böse oder mütterlich. Verlust des Geliebten und dann doch Rettung nach dem Tod.

Ein Spiel voller Metamorphosen und Abenteuer, von tödlichen Strudeln, barfuß im Schnee, schwimmen im Eiswasser, Loch in der Eisdecke, verschlingende und emportreibende Pflanzen, Monster, ein Spiel mit unterschiedlichen Größen, von Naturgewalten und -spektakeln, von Einmischung der Alten, Mutter und Oma (die hat vielleicht einen Trunk gegen den Kater), Alte (die Herrschenden) beim Kartenspiel und Philosophieren über Macht und Schicksal, die schauen nicht lieblich auf die Jungen, sind nicht fürsorglich und sympathisch. Die deutsche Synchro verdient ein Kompliment für ihre Sorgfalt. Der Soundtrack setzt auf angemessen voluminöses Orchester. Natur und Kultur (Höfisches) wechseln sich ab. Delphine haben ein mythisches Einhorn!

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