Schmud Delig.

Schmuddelig und unappetitlich schauen sie alle aus, die Männer über dreißig in diesem Film von einem Ernst Kaufmann und in 3D. Just dieses weiter nichts erhellende 3D düfte schuld sein, dass die älteren Herren hier so schmuddelig und unappetitlich wirken.

Sven Hannewald, wenn er in einem Studio direkt in die Kamera hinein einen einfachen Text ablesen soll und sich dabei verhaspelt. Oder dieser Interviewer, der sich zu seinem eitlen Unglück noch ständig ins Bild drängt und dessen Namen wir gar nicht erst wissen wollen, so konfus ist seine Interviewmethode. Erst recht abstoßend wirkt er, wenn er sich durch sein fettiges Haar streicht, wie igitt oder wenn seine Wampe dreimensional von einem schlecht sitzenden weißen Hemd so gar nicht versteckt wird. Was 3D so alles hervorheben, verdeutlichen und verstärken kann.

Merkwürdige Effekte auch, wenn die 3D-Kamera sich vorm Schritt von zwei Skisflughelden in modernen, geflochtenen Freizeit-Sitzgelegenheiten platziert und die ganze Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die Hände der beiden Kurzhosigen konzentriert ist, wie die Hände rumtasten auf Oberschenkel- und Lendengegend. Wie kann man Leute so unvorteilhaft ins Bild setzen. Darob verspielt sich der Blabla, den sie dem Interviewer antworten.

Selbst die Mutter eines skandinavischen Skiflughelden sieht in 3D aus wie ein Semmelknödel.

Das einzige, was klar rüberkommt, das sind die notorischen Werbeaufnäher an den Klamotten, allen voran von BMW und anderen im Sportgeschäft engagierten Firmen. Aber sie sind hier nicht in einem kinematographisch vorteilhaften Zusammenhang.

Wie kann man eine Dokumentation so ohne Plan und Story machen. Die Montage wirkt nervös, als zappe jemand durch eine Anzahl öder Fernsehprogramme, die einzig den gemeinsamen Nenner des Skifluges haben. Aber das wars dann auch schon.

Es gibt nicht eine Sequenz, einen Vorgang, der als solcher nachvollziehbar erzählt würde, nicht einen Storystrang. Es wird ständig hin und herumgeschnitten zwischen netten Interviews mit netten Jungs im Golfclub, in einer Kneipe, vor einem Cheminée in einem Hotelzimmer.

Dazwischen, wie um zu beweisen, dass 3D das falsche Mittel ist, um im Kino das Gefühl des Skifluges zu vermitteln, die immer wieder gleichermaßen zerstückelten Flüge, die just dort unterbrochen werden, wo es spannend werden könnte, nämlich im Moment des Abhebens von der Schanze in die Luft.

Dabei gibt es eine Kamera, die das kann, die in Superzeitlupe jedes Detail zeigt; die kommt wie weggenuschelt nur im Laptop eine Leistungsdiagnostikers kurz und nebensächlich vor.

Und wenn dem Filmemacher der eigene Film zu fade wird, dann fügt er ein paar Stürze ein. Aber auch die bleiben punktuell. Nie ist zu erfahren, was aus den Leuten geworden ist, was die Verletzungen waren.

Gegen Ende muss ein Sieger her. Aus irgend einem Jahr. In den Jahren springt der Film wild hin und her bis zu Zeiten, als es noch die DDR gab. Mal ist vom Flow die Rede, mal vom Adrenalin, mal von der Fokussiertheit. Oder man sieht einen beim Autogramme schreiben, einen anderen beim Wachsen der Skier.

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