Ralph reichts 2: Webcrasher – Chaos im Netz

Die Hauptfigur Ralph, eine Videospielfigur, groß, grobschlächtig gebaut, spielt in den Videospielen immer den miesen Typen. Seine kleine Freundin ist Penelope, ein vifes, waches Püppchen, deutlich kleiner als er, zusammen könnte man sie als Herrchen und Schoßhündchen sehen. Sie arbeiten in der Spielothek Litwacks.

Penelope arbeitet gerne. Aber ihr Spiel geht nicht mehr, weil das Steuerrad des Spieles abgebrochen ist. Ohne Steuerrad keine Arbeit. Also muss ein neues Steuerrad beschafft werden. Ralph und Penelope finden heraus, dass sie das im Internet besorgen können.

In der Spielothek gibt es einen Eingang zum Internet, einer modernen Metropolis. Die zu betreten ist allerdings verboten; das macht gelbschwarzes Absperrband deutlich. Ralph und Penelope lassen sich nicht abhalten. Sie suchen Iboy, ähm ebay, denn da könne man so etwas ersteigern.

Erst müssen sie den Router durchqueren. Der ist eine leere Halle. Bis Herr Litwack seinen Computer anstellt. Das macht die weiteren Wege ins Internet frei. Über eine Suchmaschine finden sie die Plattform ebay. Und tatsächlich ist ein Steuerrad im Angebot. Sie steigern ahnungslos und steigern und steigern mit, steigern sich gegenseitig den Preis in die Höhe bis zu 27′ 000 Dollar.

Aber sie haben keine Kreditkarte. Also müssen sie Geld verdienen. Das könne man bei Youtube. Sie haben nur begrenzt Zeit. Sie versuchen es über ein gefährliches Renn-Portal, dann gar übers Darknet, das hier mehr unterhaltsam als gefährlich wirkt. Ralph erfährt dabei, was ein Shitstorm ist.

So durchqueren Ralph und Penelope das Labyrinth Internet. Es ist ein ausgeklügeltes personelles Konstrukt, die beiden, sympathieheischend, eine dialektische Einheit, die im Internet zwischen Schlächter-Rennen, ironisch-selbstreferentiellen Disney-Prinzessinnen-Treffen (wer wird Shirt-Prinzessin?) und Dostojewsky unterwegs sind, und immer unterhaltsam; der Gegensatz zwischen dem bullig, behäbigen, der nichts überstürzt, Ralph, und der zierlichen, geistflinken Penelope wird von den Machern Phil Johnston und Rich Morre reichlich ausgeschöpft.

Zur Phyiskalisierung der virtuellen Welt gibt es nach Ralph reichts die Neuschöpfung YESSS mit drei „s“, sie stellt einen Algorithmus dar, ist immer trendig angezogen und frisiert.

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