Manhattan Queen

Zweite Chancen.

Dieser Starvehikelfilm für Jennifer Lopez lässt diese die frohe Botschaft verbreiten, dass jeder eine zweite Chance habe und dass man nur sich selber treu bleiben müsse.

Gleich dreifach lässt Regisseur Peter Segal Jennifer Loopez nach dem Drehbuch von Justin Zackham und Elaine Goldsmith-Thomas diese Message belegen: die zweite Chance im Beruf, die zweite Chance mit der zur Adoption freigegebenen Tochter Zoe (Vanessa Hudgens) und die zweite Chance mit dem Freund Trey (Milo Ventimiglia), der sie heiraten will.

Den vierten Beleg für die zweite Chance verschweigt das Drehbuch; aber das Gesicht von Jennifer Lopez, der hier der Rollenname Maya verpasst wird, was weiter nichts zur Sache tut noch ihre Schauspielkunst befördert, ist ihr Gesicht: immer makellos in der Kamera; von einer unnatürlichen Harmonie wie nur Gesichtschirurgen sie formen können; ohne diese Zuarbeit der säbelnden Kunst scheint es für Schauspielerinnen kaum eine zweite Chance in Hollywood zu geben. Dass das zu einer gewissen unpersönlichen Sterilität und Austauschbarkeit führt, scheint niemanden zu kümmern.

Die Drehbuchautoren haben sich mit ihren drei Belegen für die These von der zweiten Chance zu viel vorgenommen. Macht nichts, man kann ja Märchen erfinden, sonst wären wir nicht Hollywood. Ich möchte nicht behaupten zu wagen, dass es sich hier um ein gut erfundenes Märchen handelt.

Maya möchte in der Firma, in der sie als Verkäuferin arbeitet, aufsteigen. Aber ein Bewerber von außen, der mit Studienabschlüssen auftrumpfen kann, gleichzeitig praxisfern ist, macht das Rennen. Diese Exposition des Filmes ist gut amerikanischer Standard, hat Hand und Fuß, referiert auf eine schreiende Ungerechtigkeit, dass Personalchefs nur auf die Diplome und nicht auf die Erfahrung (und den Menschen) schauen. Das könnte spannend werden, wie sie endlich einen Chef findet, der anders denkt.

Es folgt die Einladung zur Bewerbung in einem anderen großen Unternehmen. Hier stellt sich heraus, dass die Gründe doppelt falsch sind. Erstens hat ihr Neffe sie mit einer falschen Bio ausgestattet und zweitens ist auch diese nicht ausschlaggebend, sondern eine ganz andere, familiäre Angelegenheit von vor 16 Jahren.

Mit Gewalt wird so dem Film die Spannung genommen, da das Ursprungsthema, das der unfairen Kandidatenauswahl, abgwürgt wird und zum Thema „Kind zur Adoption freigeben“ mutiert. Das führt zu einem märchenhaften Aufstieg in der Firma, der unglaubwürdig ist.

Es folgt das nächste Thema. Maya soll im Wettbewerb mit Beharrkräften am Haus innert drei Monaten eine Hautcreme entwickeln, die rein biologisch ist und nicht hintendrauf einen Rattenschwanz an chemischen Zutaten erwähnen muss. Ein Ding der Unmöglichkeit. Aber auch das schafft unsere Repräsentantin der zweiten Chance, denn sie hat das Glück, dass sie die nicht im wahren Leben suchen muss, sondern in Hollywood, was sich noch für keine Erfindung zu schön war.

Irgendwie wurmt noch die Sache mit ihrem Freund daher und auf verschlungenen Glückspfaden geht’s auch da wie aus dem Zauberhut noch auf die bedeutende Frage zu, die sie egal wie sie lautet, mit Ja beantworten wird.

Eine engagierte Szene: die mit den explodierenden Tauben von PETA.

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