Wo Träume wahr werden – 100 Jahre Bavaria Film (BR, Dienstag, 15. Januar 2019, 22.30 Uhr)

Mit der Lektüre des Wikipedia-Eintrages Bavaria Film erfährt man deutlich mehr, als in der hier zu besprechenden dreiviertelstündigen schnell-schnell Üblich-Doku in einem Mix aus Archiv-Footage und Statements (Buch und Regie: Katharina Schicking unter der Aufsicht von Zwangsgebührentreuhänder Armin Kratzert (BR), Ute Hoffrath (SWR), Monika Phol (WDR).

Handgelenk-mal-Pi-Doku mit Highlight-Hopping bei geistigem Dünnfluss. Nicht als spannende Geschichte, die es zweifellos ist, erzählt. Es ist ein billiges Durchhüpfen durch die Chronik.

Figuren tauchen auf, von denen man sich wundert, dass sie noch existieren: Mario Adorf, Liselotte Pulver, Iris Berben, Senta Berger und Michael Verhoeven, was tun die heute noch bei diesen gloriosen Vergangenheiten, die sind doch nur noch Schatten ihrer eigenen Geschichte, vom Wind der Kinogeschichte ins Fernsehen oder ins Subventionskino verweht, die meisten zu Zwangsgebühren-Pfründenstars geworden (Mario Adorf hat offenbar als Bedingung gestellt, wenn er schon Statements abgibt, dann nur in Großaufnahme).

Spannend erzählt hieße, sich in die Situation des Studios hineinversetzen, denn das wusste oft nicht, wie und ob es weitergeht. Das wäre anstrengende Recherche- und Drehbucharbeit, die bei dem Sparzwang der Sender nicht entlohnt werden kann.

Also lieber Qualitätseinbußen hinnehmen, Hauptsache, die Sendegefässe werden gefüllt. Hier werden wie wahllos und ohne erkennbare, journalistische Recherche-Idee in anekdotischer Manier dies und das aus dem Fundus gezupft und kunterbunt Trophäen, mit denen Geiselgasteig sich schmückt, vorgeführt.

Dann gibt es noch einen Schnipsel aus dem wenig überzeugenden Remake des Filmes „das Boot“ – als Warnung zu verstehen.

Mit solchen hingeschluderten Dokus erweist sich das Zwangsgebührenfernsehen als optional. Und kein Wort über die Leute, die nach der nationalsozialistischen Machtergreifung das Land verlassen haben, über den künstlerischen Aderlass.

BR-Intendant und ARD-Sprecher Ulrich Wilhelm beweist mit solch qualitativ schwachen, verzichtbaren Sendungen bei gleichzeitiger Forderung nach Erhöhung der unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte erhobenen Rundfunkzwangsgebühr lediglich, dass er der falsche Mann auf dem überaus großzügig vergüteten (jawohl, der mit dem Bundeskanzlerinnengehalt!) Intendantenposten ist.

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