Eine feinsinnige Meditation zum Thema Frau, Mann, Liebe, Aufstand in Damaskus im März 2011 von Gaya Jiji in Drehbuchzusammenarbeit mit Zoé Galeron und Eiji Yamazaki.

Das Beklemmende des Filmes machst sein brutaler historischer Hintergrund aus, der Beginn der Aufstände in Damaskus, der Beginn des grauenhaften Krieges, in welchem ein despotischer Diktator sein Land mit allen Mitteln zerstört und Millionen Menschen in Tod und Vertreibung schickt mit Erschütterungen bis Deutschland mit den anströmenden Flüchtlingen.

Dabei sind es eher Treppenhausgeschichten. Nahla wohnt mit zwei Schwestern und ihrer Mutter in einem großstädtischen Wohnblock. Sie arbeitet als Textilverkäuferin in einem kleinen Modeladen. Sie träumt von ihrem Traummann (Metin Adülger). Im Traum ist die Liebe leicht.

Real kommt Salem (Wissam Fares) in die Familie, um sich eine Frau zu suchen. Er ist ausgewandert. Die Heirat mit ihm könnte den Weg in ein anderes Land bedeuten. Erst interessiert er sich für Nahla. Die aber ist bockig, eigenwillig, unhöflich, direkt. Sie vergrämt den potentiellen Brautwerber („Dein Leben ist öd und langweilig“). So kommt er wieder und interessiert sich jetzt für die ältere Schwester Myriam (Mariah Tannoury).

Zwei Etagen über der Familie sind neue Leute eingezogen. Nahla fühlt sich merkwürdig angezogen, sucht unter Vorwänden den Kontakt. Die Madame hat zwar einen kleinen Buben, aber auch einige Mädchen arbeiten bei ihr, ein diskretes Bordell.

Nahla mietet ein Zimmer für sich, gibt sich darin den Fantsien mit ihrem Traummann hin.

Die dritte Schwester Line (Nathalie Issa) ist burschikos. Sie wäre lieber als Junge zur Welt gekommen.

Gaya Jiji erzählt verhalten, in unaufdringlicihen Bildern. Sie lässt die politische Entwicklung im Hintergrund oder über Nachrichten einfließen. Später gibt es Archiv-Footage von Straßenkämpfen, Verhaftungen und Bombardierungen.

Der Film stellt die Frage nach dem Sinn von solch kriegerischen Auseinandersetzungen, dem Leben und der Liebe. Er stellt sie eher fassungslos angesichts der Realität sowohl der Männer als auch der politischen Lage. Aber wissen die Frauen, sie spielen die großen Rollen, was sie wollen und wie eine bessere Welt auszusehen hätte?

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