Brühwarm aus dem Nähkästchen.

Dies scheint eine Saison zu sein, mit Filmen über verschwiegene Autorinnen. Collette, Poesie der Liebe – Mr & Mme Adelman, Mary Shelley und als Kontrastprogramm die Fakeschriftstellerin Lee mit Melissa McCarthy.

Den Filmen gemeinsam ist, dass sie Frauenemanzipationsfilme sind, dass den Autorinnen Autorenschaft nicht zugetraut wird, dass sie im Hintergrund für ihre Männer schreiben, die mit den Texten den Ruhm einheimsen.

Das Outing der Autorinnen geht verschiedene Weg. Mit einem Knall macht sich Mary Shelley als Autorin von Frankenstein bekannt. Colette erst spät, wie sie die Nase von ihrem Willy voll hat. Frau Adelman nutzt die heuchlerischen Abdankungsfeierlichkeiten für ihren berühmten Autorenmann, um in einem Zimmer abseits einem Journalisten die Story zu offenbaren.

Joan Castleman (Glenn Close) macht es hier am Verdrucktesten, sie streitet es dem neugierigen Journalisten Nathaniel Bone (Christian Slater) gegenüber bis auf Blut ab.

Bone kontaktiert das Ehepaar bei seinem Flug in der Concorde (das ist 1992) über dem Atlantik. Joe Castleman (Jonathan Pryce) soll in Stockholm den Literatur-Nobelpreis entgegennehmen für sein Werk, das die Kunst des Romans wegweisend weitergebracht habe.

Der Film in der Regie von Björn Runge nach dem Drehbuch von Jane Anderson nach dem Roman von Meg Wolitzer gibt von der ersten Szene an zu verstehen, dass ihn das Intime, das Häusliche der literarischen Berühmtheit interessiert.

Er fängt mit einer Bettszene des betagten Ehepaares an. Das Telefon klingelt und stellt den Draht zur großen literarischen Welt her, zum Nobelkomitee. Er bleibt wie ein Klatschreporter am Ehepaar dran, berichtet von der privaten Feier, von den Aufregungen.

In Rückblenden, die 1958 anfangen (Professor und Studentin), wird die Geschichte, noch verschwiegen, stückweise erzählt. Auch dass er ein fröhlicher Frauenjäger war, wird nur angedeutet.

Der Film bleibt immer in Atemnähe der Protatgonisten, die Limousine, der Rummel, die Proben für die Übergabe des Preises, die Zeremonie.

Der Kriminalfall an der Geschichte und wie Joan ihn vertuscht sind nur Einsprengsel. Vielmehr scheint der Film auf Frauen zu zielen, die gerne die Regenbogenpresse studieren, die sich in ein feines Milieu hineinfühlen wollen.

Ein Grund für den Film scheint außerdem der gewesen zu sein, für Glenn Close eine sympathieheischende Hauptrolle zu finden. Das wird, je älter Schauspielerinnen werden, für diese immer schwieriger. Das deckt sich mit dem Film von Julia Roberts und dem Drogensohn (Ben is Back). Das Kino auf Homestory-Abwegen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar