Trouble

Ihren Fokus legt Autorin und Regisseurin Theresa Rebeck ganz auf die Geschichte. Es geht um eine Urfamiliengeschichte, einen Erbschaftskonflikt.

Ausgangslage ist das Familienglück, als die Erben noch Kinder waren. Dieses Glück wird in herzlichen Farben, nah an Blumen und den Protagonisten im Garten des Hauses der Familie in den Wäldern an der amerikanischen Ostküste immer wieder eingeblendet in einem Format, das an Super-8-Filme erinnert.

Sie pflanzen Blumen, setzen Blumen in die Erde, alle ganz nah beieinander, Papa, Mama, die beiden Geschwister. Bilder reinen Glücks. Mit einer solchen Szene fängt die Filmemacherin an.

Die nächste Szene, das kann sich der Zuschauer schnell an den Fingern abzählen, ist einige Jahrzehnte später. Das Mädchen von damals ist jetzt eine gestandene Frau, Maggie (Anjelica Houston). Sie wohnt in eben dem Haus ihrer Eltern in dem Waldstück.

Auf einer Wiese etwas entfernt ist ein Mann, es ist, stellt sich bald schon heraus, ihr Bruder, Ben (Bill Pullman). Er ist dabei, mit einem kleinen Bagger, Löcher in eine Lichtung zu graben (er behauptet, damit einen Steuervorteil zu erlangen).

Das ist der Grundkonflikt. Sie behauptet, sie habe das ganze Grundstück geerbt. Er behauptet, es gehöre ihm. Er wohnt abgerissen in einer Waldlichtung in einem Wohnwagen. Er hat auch ein Papier vorzuweisen, was ihm angeblich den Besitz attestiert.

Theresa Rebeck hat weitere Figuren zur Entwicklung, Verwicklung, Steigerung und schließlich auch Lösung des Konfliktes eingebaut. Der quasi weise Hausfreund Gerry (David Morse), Rachel (Julia Stiles), die mit Curt (Jim Parrack) befreundet ist und der eine bestimmte Beziehung zu Ben hat. Ein Polizist spielt mit, Anwälte und weitere zugewandte Orte. Man kennt sich.

Einmal taucht in einem Amtsstubenschild der Name Peterborough auf; das könnte ein Hinweis auf das Peterborough sein, das Vorbild für „Unsere kleine Stadt“ von Thornton Wilder war. Die Landschaft passt jedenfalls gut dazu.

Die Message, die Theresa Rebeck transportiert, ist die, dass man nur miteinander reden müsse, dass man von seinen Vorurteilen runterkommen müsse, dass man das frühe Familienglück nicht vergessen soll, dass es also möglich sei, wieder Frieden zu schließen in der Familie.

Die Entwicklung des Konfliktes und wie die einzelnen Figuren ihn mit jeder Szene ein Stück weitertreiben, das ist Rebecks Hauptaugenmerk. Dabei hat sie die Schauspieler, gestandene Profis, an der langen Leine gelassen. Das führt zu interessanten private Activities, wobei nicht immer klar ist, wie weit es schauspielerische oder Rollenverlegenheit ist, wenn sie mal wieder vor einem Konflikt stehen.

Der Film scheint eine recht billige Produktion zu sein; mir kommt er mehr vor wie ein Storyboard, was nicht die Ausgestaltung oder die Performance interessiert, sondern konsequent nur der Fortgang der Geschichte über die konfliktrelevanten Dialoge.

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