Archiv für 17. Dezember 2018

Jana Mandana Lacey-Krone ist eine offene Person von ansprechender Direktheit.

Sie ist die hier von Evelyn Schels porträtierte Zirkus-Erbin. 2017 erbte sie von ihrer Adoptivmutter „Mapa“, Christel Sembach-Krone, den berühmten und größten Zirkus Deutschlands mit festem Sitz in München. Vielleicht hat aus dem Grund dieses Todes – es gibt auch Bildmaterial von der prunkvollen Beerdigung – die Filmemacherin sich für eine Sprecherstimme mit der Qualität eines Trauerredners entschieden.

Dass Frau Lacey-Krone von der unverheirateten und kinderlosen Prinzipalin adoptiert wurde, geschah zielgerichtet im Sinne einer geregelten Fortführung des Unternehmens. Es heißt nicht, dass sie ein Waisenkind war. Vielmehr entsprang dies einer ganz und gar ungewöhnlichen Familienkonstellation.

Sie und ihre Schwester sind Kinder eines Schweizer Ehepaares und auch in der Schweiz geboren. Beruflich Umstände erforderten den Umzug nach München. Wie genau die Beziehung zu Christel Sembach-Krone zustande kam und wie diese Ménage-à- trois-Elternschaft funktionierte, das wäre das Spannende an der Biographie von Jana Mandana Lacey-Krone, darüber hätte man gerne mehr erfahren.

Da aber Evelyn Schels offenbar nur einen netten Image-Film über das Zirkusunternehmen drehen wollte, hat sie beim menschlich Interessanten und offenbar Unkonventionellen nicht nachgehakt. Zirkuspferde scheinen ihr dann doch ergiebiger.

Und die Elefanten. Die sind bemerkenswert. Die haben zwei Wochen bevor Frau Lacey-Krone ihrer eigenen Schwangerschaft gewahr wurde, diese schon bemerkt und mit dem Rüssel den Bauch abgefühlt.

Frau Lacey-Krone ist verheiratet mit einem Raubtier-Dompteur. Wer allerdings im Zusammenhang damit nicht die Frage nach Tierdressur und Tierquälerei stellt, was dem Zirkus-Gewerbe massiv zu schaffen macht, der ist nicht auf der Höhe der Zeit. Frau Lebenslinien-Dokumentaristin Schels tut das nicht. Stattdessen darf Jana Mandana Lacey-Krone behaupten, sie würde Wert legen auf artgerechte Tierhaltung, was zumindest für das zirkuseigene Austragsgestüt in Wessling zutreffender sein dürfte als für die enge Käfighaltung der Tiere im Zirkus. Von solchen Themen möchte allerdings der BR und dessen verantwortlichen Redakteurinnen Fatima Abdollahyan und Christine von Hahn nichts wissen. Vielleicht haben sie ja ein paar Einladungskarten für einen Zirkusbesuch erhalten.

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Doku über Freddy Linn, den taiwanesischen Heavy-Metal Rocker, der gleichzeitig Parlamentarier ist. Aufregende Reportage, taiwanselbstkritisch, aber auch vor dem Hintergrund der Diskriminierung durch China. Ein Beitrag zur Suche nach der eigenen, taiwanesischen Identität, denn immer noch wird Massenmörder Chian Kai Sheks dort verehrt. Siehe Review von stefe.

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