Ein Fanartikel,

speziell für Frauen, die Astrid-Lindgren-Bücher verschlungen haben, für die der Name Astrid Lindgren mit tiefen Gefühlen und mit Bewunderung aufgeladen ist. Ihnen bietet dieser Film von Pernille Fischer Christensen, die mit Kim Fuqz Aakeson auch das Drehbuch geschrieben hat, eine Homestory wie in bunten Klatschblättern (in skandinavisch gedeckten Farben) aus einigen Jahren aus dem Leben dieser Erfolgsautorin. Daraus wird den Leserinnen klar, dass hinter dem Erfolg der Geschichten ein schwieriges Schicksal als Mutter gestanden hat.

Es gibt eine minimale Rahmenhandlung. Eher wie ein Schemen ist die 82-jährige Schriftstellerin in ihrem Arbeitszimmer zu sehen, wie sie begeisterte und zugewandte Geburtstagspost von Kindern öffnet und genau studiert. Säckeweise stehen noch Briefe herum.

Die Nachbebilderung fängt mit Astrid als 15jähriger (Alba August), frühreifer Göre an. Sie wächst in streng kirchlichem Milieu auf.

Einen Hinweis auf ihre lebendige Fantasie gibt eine Szene in der Kirche. Der Pfarrer predigt ellenlang über Sodom und Gomorrha. Astrid verdreht derweil die Worte und spricht – auch noch lange nach dem Gottesdienst – von Soda und Guten Morgen (in der deutschen Untertitelung wird für Soda „Limonade“ eingesetzt).

Astrid gilt als aufgeweckt und wird vom lokalen Zeitungsredakteur gefragt, ob sie in der Redaktion mithelfen wolle. Sie ist begeistert. Nicht nur vom Job. Sie fängt eine Affäre mit dem nicht besonders attraktiven, ruhigen, deutlich älteren Mann an.

Insofern ist dieser Film ein Affären-Film, der Gefühlsaufruhr in den Zuschauerinnen auslösen soll, der aber auch gut enden wird. Denn die Affäre ist außerehelich und mit einem Kind der unmündigen, unverheirateten Mutter gesegnet.

Der Bub wird in Dänemark zu einer Pflegemutter gegegeben. Astrid ist inzwischen Sekretärin beim Schwedischen Automobilclub. Dort gibt es bei einem feierlichen Anlass die Bemerkung eines gewissen Jungbürokraten Lindgren, da sei ihr Report doch lustiger, ein weiterer Frühhinweis auf ihre Begabung. Den Herrn wird sie später heiraten. Aber das ist erst nach Ende des Filmes.

Im Film ist sie weiterhin vor allem eine Mutter, die insofern überfordert ist, als sie ihr Kind nicht bei sich haben und es aus Finanzgründen auch nur selten in Dänemark besuchen kann.

Inzwischen sagt der Bub zur Pflegemutter Mama. Er hat dort ein gleichaltriges Brüderchen. Astrid kämpft um ihren Buben. Sie versucht, ihn mit dem Erfinden von Geschichten für sich zu vereinnahmen, dabei schmiegt er sich in ihrem Bett an sie. Dabei dürften sich Biographie und Rührgeschichte kurzzeitig überlappen.

Eine Wohlfühlklangwolke unterstützt die Indikation, dass es sich bei diesem Biopic um eine rührende Verehrungs- und Affärengeschichte handelt.

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