Piripkura – Die Suche nach den letzten ihres Volkes

Dünner Schutz.

Sie brauchen nur ein Beil und Feuer. Und den Amazonas. Sie, das sind Pakyi und Timandua, die beiden letzten im Dschungel Überlebenden des Piripkura-Stammes.

Aber auf den Amazonas ist der Rest der Rindfleisch-vertilgenden Menschheit scharf. Und die Holzindustrie dazu. Brandrodungen. Freimachen des Landes für die Rinderzucht, für den Sojaanbau. Das nimmt Pakyi und Timandua den Lebensraum. Sie haben Massacker an ihrem Stamm überlebt. Eine Verwandte, Rita, lebt in der Panorama-Siedlung Rondonia.

Immerhin gibt es ein Gesetz in Brasilien, das Amazonas-Teile so lange unter Schutz stellt, wie Indigene dort nachzuweisen sind (falls der neue Präsident das nicht wegräumt). Ein dünner Schutz für den Regenwald, der offenbar nicht schnell genug vernichtet werden kann, unserem Teak-Möbel- und Rindfleisch-Hunger sei dank.

Jair Cando ist 1989 bei einer Funai-Expedition auf die beiden Amazonas-Ureinwohner gestoßen. Auf Grund der Gesetzeslage muss das Landnutzungsverbot alle zwei Jahre erneuert werden. Das ist nicht nur ein bürokratischer Aufwand, das geht nur, wenn die Existenz der beiden Ureinwohner in dem Gebiet nachgewiesen wird.

Dazu macht sich Jair immer wieder mit kleinen Expeditionen auf den Weg, die letzten 5 Tage müssen sie zu Fuß durch den Dschungel gehen, um Lebenszeichen von den Beiden zu finden und womöglich sie selbst. Das gelingt nicht immer.

Auf zwei solcher Expeditionen nimmt Jaire die Dokumentarfilmer Mariana Oliva, Renata Terra und Bruno Jorge mit. Der Film ist die Montage dieses Materials. Er ist somit eine gründlichere Variante, die auch tiefer hineindringt, von An den Rändern der Welt.

An so einem dünnen Faden hängt der Schutz des Amazonas. Können Sie mir bittschön sagen, wo das nächste Steak-House ist?

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