Peppermint: Angel of Vengeance

Knips ihn aus.

Kinematographisch lustvoll exponiert Pierre Morel nach dem Drehbuch von Chad St. John, warum Riley North (Jennifer Garner, die das ganz uneitel und hochkonzentriert durchzieht) nicht anders kann, als zum Mittel der Selbstjustiz zu greifen.

Der Anlass ist saublöd, dass ihr Familienglück zerstört wird. Ihr Mann Chris (Jeff Hephner) hatte sich schon für kleinere krumme Dinge mit einem Kumpel eingelassen. Jetzt hat dieser wieder versucht, ihn zu überreden. Aber Chris hat abgesagt, wollte das Risiko im Hinblick auf Frau und Kind nicht mehr eingehen.

Mit der Kommunikation dieser Absage muss etwas schief gelaufen sein. Sein Name steht immer noch auf der Ausknips-Liste des großen Kartells. Noch schmerzhafter für die bald schon hinterbliebene Witwe ist, dass der Neid einer schnöseligen Neureichen-Mamma, dazu führt, dass der Geburtstag ihres Töchterchens Carly ins Wasser fällt.

Statt einer Party gehen die Northens (so der Familienname) auf den Rummel, denn die Schnöselmamma hat aus Eifersucht eine Konkurrenzparty veranstaltet und die kleinen Gäste abgeworben. Beim Verlassen des Rummels passiert die Schießerei. Riley überlebt, liegt einige Zeit im Koma, kann sich aber genau an die Todesschützen im Auto erinnern.

Dann erfährt sie, dass es keine Gerechtigkeit gibt, dass Polizei, Anwälte, Gericht alle unter einer Decke stecken und kein Interesse an der Aufklärung des Falles haben.

Diese Ausgangslage schildert der Film ganz in der Nähe der Protagonistin, setzt Mittel von schnellem Schnitt, aber auch verwischten Eindrücken, ein, die an Aquarellzeichnungen erinnern, so dass der Zuschauer richtiggehend heiß gemacht wird auf die Rache.

Die setzt fünf Jahre später ein und ist unerbittlich. Zwischendrin wird kurz erzählt, wie Riley sich darauf vorbereitet hat, wie sie sich Informationsvorteile verschafft und wie sich getarnt hat. Riley geht gnadenlos vor. Sie ist die Hauptattraktion mit diesem ernsten, fokussierten Gesicht, das sich vor keiner Verdreckung und Verwundung drückt, für keinen Schmutz zu schön ist. Selbstverständlich wird der Film sie frei sprechen. Rache ist süß wie Pfefferminze.

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