Der kleine Spirou

Kinder sind nicht die besseren Erwachsenen. Aber sie können auch schon ganz schön abgefeimt sein. Was sie vielleicht besser können in dem Alter, in dem hier die Protagonisten sind, allen voran Spirou (Sacha Pinault) und seine Mitschüler und Mitschülerinnen, das ist in dem Zustand reiner platonischer Liebe die Erwachsenenwelt in ihrer Doppelzüngigkeit haarscharf durchschauen.

Spirou ist verliebt in Susette (Lila Poulet). Diese Liebe setzt eminente Kräfte frei. Die Mitschüler werden engagiert, Spirou und seine Freunde arbeiten mit allen Tricks, damit Spirou mit seiner Susette ausreißen kann. Das wird eine richtig fantasievolle Abenteuerreise, die lokal zwar auf der Stelle tritt, bei der kreative Installationen der Schulfreunde die halbe Welt imitieren.

Allein die Herstellung des Rades mit Beiwagen, wie die Kids hier mit Bestechung und Aufgabenhilfe und Versklavung eines Freundes arbeiten – wie mit allen Wassern gewaschen. Wie sie sich gegen die Petze, die alles dem Pfarrer beichtet, wehren müssen, gegen missgünstige Mitschüler. Aber auch dagegen gibt es Schülerstreiche, Tricks.

Ein wichtiger Motor für die Abenteuerreise ist Spirous Erkenntnis, dass er nächstes Jahr als Page die Hotellaufbahn wie schon seine Mutter, sein Großvater und alle Ahnen, einschlagen soll.

Der Opa (Pierre Richard) hat auf dem Dachboden eine perfekt eingerichtete Pagenschule eingerichtet mit Fahrstuhl und Windanlagen, um das Öffnen von Türen bei Gegenwind zu üben.

Die für die Kinder recht durchschaubare Erwachsenenwelt besteht noch aus der Lehrerin Mademoiselle Chiffre, auf die der Sportlehrer Mégot (Francois Damien) steht. Auch beim Lehrer kommt Spirou dahinter, dass Lehrer nicht sein Lebenstraum war.

Spirou ist abergläubisch und nimmt gerne die Dienste der Wahrsagerin (Armelle) in Anspruch, bis er dahinter kommt, dass der Opa sie besticht, damit sie ihm die Pagenzukunft voraussagt. Doch auch dagegen fällt Spirou etwas ein.

Spirous Mutter (Natacha Régnier) ist eh nur besorgt um die Zukunft des Sohnes.

Nicolas Bary inszeniert die Geschichten nach Buch und Vorlagen von Tome, Janry, Laurent Turner, Nicolas Bary, Laure Hennequart deutlich plakativ im Sinne von Comics, wie sie Süßigkeiten für Kinder gerne beiglelegt werden und fügt so verschiedene Episoden zu jener Art von Kunstgenuss zusammen, der immer heiter amüsiert auf Distanz bleiben kann.

Bereits die erste Szene in der Schule zeigt unterhaltsam die Diskrepanz zwischen offizieller Naturwissenschaftswelt und dem Wunder der Natur (eine Frau) in der Parallelwelt der Kinder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.