Das Geschäftskalkül dieses Filmes von Julius Avery nach dem Drehbuch von Billy Ray und Mark L. Smith scheint gewesen zu sein: Große Leinwand, Dezibelmaximierung, Zombietrash gemixt mit 2.-Weltkriegsoldatenheldentum muss funktionieren, das wollen die Leute sehen, eine gewisse mir nicht näher eruierbare Klientel zumindest, so dass man sich Schlamperei im Storytelling und Schmierentum in der Darstellung leisten zu können glaubt.

Die amerikanischen Soldaten mitten im Nazifeindesland ganz nah an einem HochsicherheitsZombieLabor lümmeln in einer akustisch gegen den Rest der Befestigung kaum abgesicherten Dachräumlichkeit herum als ob sie zuhause in der Homebase seien. Realismus nicht beabsichtigt.

Dröhnend aus allen Tonverstärkerrohren fliegen sie im Bombengeschwader in den Krieg, versuchen Lockerheit im Dialog, bis das Flugzeug daneben brennt und ihr eigener Flieger angeschossen sich dreht.

Ganz wild versucht einer sich nach Fallschirmlandung im Meer oder in einem See, so genau wollen wir das gar nicht wissen, dramatisch unter Wasser vom Fallschirm zu befreien. Glücklicherweise ist direkt an dieser tiefen Stelle das Ufer, an das er klettern kann.

Im deutschen Wald mit viel Farn und anderem Kraut findet der Held seine Kameraden. Ihr Chef, das beobachten sie aus dem Hinterhalt, wird von den Nazis im Stehen erschossen. Ist ja ein Schwarzer, halb so wild.

Dann stoßen die Kriegsmänner auf eine verwilderte Frau. Die fasst schnell Vertrauen und führt sie in ihr Logis, wo noch ein Kind und eine Tante sind. Das ist direkt in dem Gelände mit den TopSecretZombieforschern.

Das dauert alles, ist nicht besonders originell und vor allem nie groß auf Plausibilität hin inszeniert. Vermisst wird die besondere Freude der Macher an einem solchen Film, wie er mir kürzlich bei Bad Samaritan aufgefallen ist, die Hingabe ans genaue Detail und die pointierte Auswahl des Castes.

Das scheint hier alles nachlässig Handgelenk mal Pi passiert zu sein, Hauptsache laut, Hauptsache überdimensionierte Gesichter auf breiter Leinwand und ein paar Zombiefressen wie aus dem Halloween-Store.

Vielleicht kommt es bei diesem Film auf den Lebenszusammenhang an, in welchem man ihn sehen möchte. Wer eine dröge Arbeit hat und einfach mal abschalten will, wird ihm womöglich mehr abgewinnen können als ein Filmmensch, der gerade zuvor, was der Alltagsmensch eh kaum machen würde, einen höchst anspruchsvollen und extrem präzise überlegten und inszenierten Arthouse-Film gesehen hat.

Wo Cheesburger drauf steht, ist Cheese drin, kann auch Analog-Käse sein. Kein Interesse an Glaubwürdigkeit. Die Schauspieler spielen Angst, Furcht oder Bedrohung so, wie Lieschen Müller denkt, dass man Angst, Abscheu oder Schrecken spielt. Eine tiefere Reflektion dazu ist nicht ablesbar. So gibt’s es viel Horror-, Zombie- und Kriegsheldentheatralik zu sehen.

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