Moritz Daniel Oppenheim

Bunte Mischung kulturhistorischer Fundstücke rund um den Maler Moritz Daniel Oppenheim.

Isabel Gathof hat sich auf die Suche gemacht. Oppenheim war zu seiner Zeit wohl einer der erfolgreichsten Genremaler mit malerischen Topoi wie Frömmigkeit, Bildung, Familiensinn, jüdische Rituale. Er lebte in Hanau und etablierte sich bald als eine Art Hofmaler der über ganz Europa verteilten Rothschilds.

Bemerkenswert an ihm war, dass er vom religiösen Standpunkt aus überzeugter Jude war und blieb, im Gegensatz zu Zeitgenossen, die zum Christentum konvertierten, dass er aber nicht nur jüdische Motive malte, sondern auch christliche und eben auch das Bürgertum, das Familienleben (die Katze als Symbol der Gemütlichkeit), über Gewissensthemen und religiöse Rituale.

Isabel Gathof geht es nicht primär um kinematographischen Ehrgeiz aber auch nicht um eine umfassende Präsentation des Werkes von Oppenheim, eine solche würde einen allerdings nach diesen vielen Appetizern schon interessieren.

Gasthof befragt die Ur-Ur-Ur-Großenkelin des Malers, diese gibt Auskunft über familiäre Angelegenheiten. Sie befragt Nachfahren, einen jüdischen Genealogen, Historiker, Kunsthistoriker, Kuratoren, die viel Wissenswertes auch über die Zeit, über die Entwicklungen des Judentums und der allmählichen Erlangung aller bürgerlichen Rechte im 19. Jahrhundert vermitteln oder über den jüdischen Friedhof in Hanau mit seinen informativen Grabsteinen.

Die Filmemacherin schneidet parallel die Entwicklung und Herstellung einer Skulptur des Malers und einer abstrakten Skulptur, die die Malerskulptur betrachten wird und die in Hanau eingeweiht und prominent aufgestellt werden. Diese konkreten, künstlerischen Herstellungsprozesse werfen bisweilen fast groteske Bilder ab: der Oppenheim als Skulptur im Herstellungsprozess und in Ketten gebunden am Kran hängend.

Die musikalische Untermalung besorgen heiter klassische Streicher.

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