Hunter Killer

Großartig neben der Zeit.

Fast möchte man nostalgisch werden bei diesem erstklassig hergestellten Soldaten-Thriller.

Hier sitzt im Weißen Haus eine Präsidentin, die noch dazu nicht ständig die Weltgeschichte mit Twitter-News durcheinander bringt. Der Feind ist Russland.

So bekommt der Film von Donovan Marsh nach dem Drehbuch von Arne Schmidt und Jamie Moss nach dem Roman „Firing Point“ von George Wallace und Don Keith durchaus eine skurrile oder komische Note – und doch hat die Globalisierung an der alten Welt gerüttelt.

Das hat zur Folge, dass plötzlich ein russischer U-Boot-Kapitän übers rote Telefon eines amerikanischen U-Bootes einem russischen Zerstörer befiehlt, den Angriff auf das amerikanische U-Boot zu stoppen. Und solche Dinge mehr, brauchen nicht weiter verraten zu werden.

Die Amis suchen in russischen Gewässern nach einem vermissten U-Boot.

Der Film punktet genregerecht mit schnellem Wechsel zwischen verschiedenen politischen und militärischen Positionen, zwischen Pentagon, einem amerikanischen U-Boot, einer entlegenen russischen Militärbasis in der Barentsee, einem faktischen Selbstmord-Kommando von Seals, die es offiziell nicht mehr gibt. Alles aus glasklarer Sicht erzählt.

Es muss ein U-Boot durch eine Minenfeld manövriert werden, das ist selbstverständlich so spannend inszeniert wie der Gang des Seiltänzers übers Hochseil, immer am Rande des Absturzes.

Es kommt zu Fassadenklettereien, zu waghalsigen Angriffs- und Versteckmanövern. Der amerikanische Held, der noch in der brenzligsten Situation die Nerven behält, ist Gerhard Butler.

Der russische U-Boot-Kapitän wird dargestellt von Michael Nyqvist, der inzwischen verstorben ist. Gary Oldman spielt den Stabschef des Weißen Hauses, Charles Donnegan. Allein die Namen bürgen für solide Arbeit verbunden mit einem seligen Blick zurück in das Vortrumpamerika.

Und die Welt ward ein weiteres Mal vom amerikanischen Kino gerettet, aber das war, wie bereits bemerkt, vor dem jetzigen verwirrten Twitter-Präsidenten.

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