The Guilty

Der Titel ist der Spoiler.

In dicht-konzentrierter Atmosphäre gibt uns Gustav Möller, der mit Emil Nygaard Albertsen auch das Drehbuch geschrieben hat, bekannt, dass es in Dänmark zumindest einen Streifenpolizisten gibt, der selbst fahrlässig oder gar willentlich einen 19-Jährigen erschossen hat und am Tag der auf den Film folgen wird, vor Gericht aussagen will, dass es Notwehr war.

In Absprache mit seinem Patrouillenkollegen soll das eine wasserdichte Begründung werden. Allerdings scheint der Kollege die Nacht zuvor einiges getrunken zu haben.

Das ist so nicht der Film, das ist lediglich das, was uns der Filmemacher mitteilen will. Ob wir es wissen wollen oder nicht. Er kontrastiert diese Schuld, dieses Vergehen mit einem sich zur Doppelschicht auswachsenden Dienst in der Notrufzentrale der Polizei.

Es wirkt so, als hätte jemand dem Gustav Möller gesagt oder ihn gebeten, einen Film zu drehen, der nur in der Notrufzentrale spielt, einen Tag und eine Nacht lang. Auftrag: Berufsbild eine Polizisten in der Notrufzentrale.

Der Protagonist – und faktisch Solostarsteller – heißt Asger Holm. Jakob Cedergren spielt seine Rolle so konzentriert, wie Darsteller bei der Reality-Verbrechersuchsendung „Aktenzeichen XY“ die Realität darstellen. Insofern eine zwar überzeugende, aber eben auch etwas eindimensionale Angelegenheit.

Der Rest ist Nahaufnahme von Asger, den Kopfhörer auf und Hörspiel.

Die Anrufe werden sich speziell um ein Verbrechen handeln. Das ist eine zerrüttete Familie. Ein Kindstötung kommt vor, eine Entführung der Mutter durch den Vater, ein Mädchen, das allein in der Wohnung zurückbleibt.

Der Polizist in der Telefonzentrale versucht über die Kommunikation mit den Kollegen helfend und rettend in die Handlung einzugreifen. Vorteil der modernen Telekommunikaiton ist, dass er bei jedem Anrufer auf seinem Display gleich Nummer, Name und Adresse sehen kann. Bei Handyanrufen leuchtet als roter Kreis der dem Handy am nächsten gelegene Funkmasten auf.

So bleibt die Zugriffsmöglichkeit der Polizei ungefähr so steuerbar, wie das Herausfischen von Stofftieren bei Automaten an Autobahnraststätten.

Die Aufgabenstellung an den Regisseur könnte auch gewesen sein, machen sie einen Informationsfilm, einen Fachfilm über die Arbeit auf einer Notrufzentrale und erfinden sie, damit es nicht langweilig wird, eine Geschichte dazu. Der Abgang des Protagonisten ist von einem leichten Pathos im Gang durchweht; aber seine Frisur ist durchgehend makellos.

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