Animation gegen den Populismus.

Die Zotteltiere von Yetis, die sind vom Ästhetischen her gesehen bessere Autowaschanlagenbürsten, aber das stört gar nicht, da in diesem Film von Karey Kirkpatrick Geist die wichtigere Rolle spielt. Der wird eingesetzt nicht nur für jede Menge Gags und Situationskomik mit dem entsprechenden Witz, der alle Generationen erheitern kann, sondern auch um die Moral klar und deutlich zu machen: es bringt nichts, andere zu Monstern zu erklären (das Prinzip des Populismus). Man muss aufeinander zugehen und reden. Es bringt nichts, sich mit Lebenslügen am Leben zu erhalten und so sein jeden Tag neues, „glückliches“ Leben zu zelebrieren.

So halten es die Yetis ganz hoch oben im Himalya, hoch über den Wolken. Ihr kleines, eisiges Land ist auf Glück abonniert und gleicht einem Freizeitpark. Die Gesetze sind in Stein gemeißelt und über sie wacht der Steinhüter mit dem steinernen Gewand.

Die Yetis machen sich ganz schön einen vor. Zum Beispiel gilt, dass der Tag mit dem Gongschlag von ihnen selbst aufgerufen wird. Dazu wird einer, der dazu geschult ist, mit einem Mechanismus wie mit einer Steinschleuder über das ganze Dorf hinweg zu einem Gong hoch am anderen Ende geschossen; kopfvoran erzeugt er den Schlag. Im Kopf dürfte es aussehen, wie in dem eines amerikanischen Footballspielers (mehr dazu).

Die Hauptfigur Migo möchte den Gongschuss gerade lernen. Sein Vater und Vorgänger hat schon einen ziemlich platten Kopf von der täglichen Herbeirufung des neuen Tages. Die ersten Versuche gehen in gekonntem Slapstick schief, doch dann kommt ein Versuch, der Migo weit über das Ziel an den Rand des Yetireiches schießt.

Dort erlebt er einen Flugzeugabsturz und sieht den Kapitän, der sich mit dem Schleudersitz rettet. Das stellt das Weltbild von Migo in Frage. Denn der Pilot hat kleine Füße. Ein ehernes Gesetz unter den Yetis sagt aber, dass es kleine Füße gar nicht gibt und wer das bezweifelt, der verstößt gegen das Gesetz.

Ein Konflikt von galileischem Ausmaß bricht in Migo aus. Denn er möchte die Wahrheit sagen, das ist ein weiteres ehernes Gesetz, aber er möchte seine Erkenntnis auch nicht verleugnen. Wer jedoch dem Gesetz widerspricht, der begeht einen kapitalen Fehler und muss mit Verbannung rechnen, schon gar nicht kann Migo Gongwecker werden.

Als Verbannter versucht Migo der Sache nachzugehen und stößt auf Mitverschworene, die auch nicht alles glauben, eine konspirative Gruppe. Sie wollen versuchen, Migo von einem hohen Felsen unter die Wolkenschicht abzuseilen, wo der Kleinfuß vermutet wird. Auch dieses Unternehmen ist ergiebig, was Zeichentrickgags anlangt und wie der alte Steinkeeper dahinter kommt, läuft die Aktion schief.

Migo aber entdeckt das, was es unter den Wolken gibt: Himalya-Dörfer und ein Fernsehteam, das auf der Suche nach dem Yeti ist. Lauter Kleinfüße. So kommt allerlei köstliche, dramatische Verwechslungshandlung in Gang und gibt Anlass für jede Menge an weiteren heiteren Gags und Chokes, bis sich die Erkenntnis durchsetzt, dass es nichts bringt, andere für Monster zu halten. Denn die Vermonsterung war bisher durchaus gegenseitig und hat sich so bestens am Leben erhalten. Angereichert wird die flapsig-humorige Handlung mit Songs und Tanz und die deutsche Synchro ist durchaus ansprechend.

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