Es gibt Leute, die Christian Alvart (Banklady, Halbe Brüder), der hier für die Regie und das Drehbuch nach dem Roman von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos steht, hochhalten wollen, die diesen Film retten wollen.

Dazu müssen sie eine ganze Reihe von „Wenns“ anführen, „wenn“ das Buch klarer geschrieben worden wäre, „wenn“ er gestrafft hätte.

Mir unverständlich. Wie mir überhaupt unverständlich ist, dass Alvart noch öffentliche Gelder erhält, wo doch die Filme durchs Band notleidend sind, wobei er nicht immer für das Drehbuch steht. Und es scheint schlimmer zu werden.

Das zeichnete sich schon bei seinem letzten Film Steig nicht aus ab. Da schien die dünne unausgereifte Story schon gar nicht mehr interessiert zu haben; sie war lediglich Vorwand für beliebig endlos aneinandergereihte Actioneffekte.

Beim vorliegenden Film kann nur noch von einer Filmleiche gesprochen werden, denn der Film ist leer, hat kein nachvollziehaber herausgearbeitetes Handlungs- und Storygerüst, ist kaum rekapitulierbar; es sollte offensichtlich ein Autopsie-Thriller oder -Schocker werden, wurde aber direkt ein Beitrag zur Pathologie des deutschen, geförderten Kinos der Gegenwart.

Je weniger Inhalt und Story vorhanden sind, desto mehr glaubt Alvart, auf die Ketchup- und die Soundtube für aufgeschnittene Leichen und die Tonspur drücken und dann noch computeranimierten Sturm auf Helgoland und Schnee und vor allem Lärm hinzufügen zu müssen.

Moritz Bleibtreu kämpft sich redlich ab als Pathologe. Es gibt junge Schauspielerinnen, die kämpfen sich ebenfalls ab im beabsichtigten Horrorgenre. Und wenn man Lars Eidinger innert kürzester Zeit schon wieder in einer schlecht geschriebenen Rolle sieht, so möchte man ihn auch nicht so schnell wieder auf der Leinwand sehen.

Es ist dies ein schnoddriges Aufschneiderkino, ein Wichtigtuerkino, was Mist großzügig an zu errrichtende Hauswände klotzt, für die es aber weder Grundriss noch Stützgerüst gibt – direkt zum Scheitern verurteilt.

Kürzen kann Alvart auch nicht. Für solche Projekt staatliches Geld herzugeben ist Verschwendung und Missbrauch von Steuergeldern. Es fehlt ihm am elementar Narrativen – auch der Horrorfilm braucht das. Alvart sollte mother studieren, wie schmerzhaft ein Horrorfilm sein kann, warum hier die auch nicht knickrig eingesetzen Effekt so wirken und dann sollte er selbstreflektiv nachfragen, warum die bei ihm so ins Leere gehen, also zum Fenster hinausgeworfene Liebesmüh sind. Leeres Großkotzkino, das sein Handwerk im Elementar-Erzählerischen nicht beherrscht.

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