Die Unglaublichen 2

Der Traum des kleinen Mannes, gegen die Ungerechtigkeit der Welt etwas unternehmen zu können, nicht nur der Unterdrückte zu sein, das ist der Traum vom Supermann, vom Superhelden, der gegen alle Gesetze der Physik sich der Gewalt des Bösen entgegenstellt.

Ein ganz gewöhnliche Familie zieht ab und an das Supermann-Kostüm an und greift ein, um mehr Gerechtigkeit in die Welt zu bringen. Allerdings kämpfen sie mit dem Paradox, dass das Gute bei ihren Aktionen illegal ist. Darum ist Familie Parr auch abgetaucht. Sie ist zwar gerechtigkeitsaktiv, wird aber öffentlich nicht wahrgenommen, tritt nicht weiter in Erscheinung.

Der aktuelle Fall ist ein Riesenbohrer, der sich zerstörerisch durch die Stadt fräst, um an Banktresore zu kommen. Die Parrs bringen den zum Stoppen. Die Deavors, ein Industriellenclan, will die Parrs dafür belohnen. Der Boss möchte die Mutter der Parrs ins Rampenlicht stellen. Sie erhält ein Motorrad, das alles kann – das ist das Schöne am Kino, den Erfindungen sind keine Grenzen gesetzt in Dehnbarkeit und der Verwandlungsfähigkeit von Materialien.

Eine supermoderne U-Bahn soll eingeweiht werden. Sie fährt ein Stück. Stoppt. Und fährt plötzlich rückwärts. Helen Parr als Elastgirl sitzt auf dem Motorrad und beobachtet die Szene. Sie bemerkt als Erste, dass etwas nicht stimmt, nimmt die unglaubliche Verfolgungsjagd auf und verhindert das Unglück, dass der mit geladenen Gästen gefüllte Zug über das Ende der Srecke hinaus in die Tiefe rast. Übermenschliche Heldentat.

Derweil kümmert sich Vater Bob um den jüngsten Sproß der Familie, Jack-Jack, der noch in den Windeln steckt. Der ist ein besonders ergiebiges Objekt für die Animateure der Figuren. Denn auch er hat diese Helden-Fähigkeiten. Das wirkt immer grotesk, wenn in so einem kleinen Menschen bereits die Talente von Erwachsenen zum Tragen kommen – und dazwischen quietscht und urlautet das Baby.

Eine weitere kleine Seitengeschichte ist die von Töchterchen Violet, die sich in den braven Jungen Tony verliebt. Und ein Intermezzo gibt es mit Edna, die sich vorübergehend um den Säugling kümmern soll.

Die Parrs haben es mit einem durchtriebenen Gegner zu tun, dem undurchsichtigen, dubiosen „Screenslaver“. Bei dessen Überfällen fallen Menschen, die eine U-Bahn- oder ein Schiff oder ein Flugzeug lenken sollen, in eine merkwürdige Starre und Ohnmacht – durch Hypnose. Da gilt es dahinterzukommen, um den Skandal öffentlich zu machen, damit endlich die Supermenschen ihre verdiente Anerkennung bekommen, denn es gibt außer den Parrs noch eine ganze Reihe weiterer Superhelden-Figuren. Zum Beispiel wird die Frosttechnik mehrfach eingesetzt, wie sie auch dem Disney-Film Die Eiskönigin – Völlig unverfroren zum Erfolg verhalf.

Die Figuren sind generell prima animiert, oft mit wenigen Strichen erhalten die Gesichter einen ganz individuellen Anstrich, der ihnen hohe Glaubwürdigkeit verleiht.

Die Geschichte ist gut nachvollziehbar und leidet nicht unter dieser oft in Blockbustern verbreiteten Manie der Überfülle der Effekte, die dann schnell zum Selbstzweck werden.

Die Parrs sind eine Familie wie wir und Ihr; sie machen sich ihr bescheidenes Leben mit den Superhelden-Träumen erträglich. Wobei es vielleicht doch besser wäre, wenn sie das nicht öffentlich machten. Denn dann würden sie zu echten Stars. So aber bleiben sie Helden des Alltags. Wie oft bei den amerikanischen Animationen ist die sprachliche Original-Bearbeitung großartig, so dass auch das Hören richtig Spaß macht.

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