Selbständigkeit.

Kater Findus hat ein neues Bett bekommen und hopst wie auf einem Trampolin ständig auf der Matratze auf und ab. Das nervt Pettersson (Stefan Kurt, der die Figur zu schöner Einsamkeitskurriliät weiterentwickelt). Er schlägt vor, Findus solle in einem Zelt schlafen; das funktioniert nicht.

Findus wird ein eigenes Häuschen erhalten – so wie früher die Plumpsklos neben den Häusern standen oder wie ein Wachhäuschen. Findus kommt auf den Geschmack der Selbstständigkeit und richtet sich wohnlich ein. Will auch in dem Häuschen schlafen. Das irritiert Pettersson.

Allerdings gibt es die Gefahr des Fuchses. Dass er dieser Gefahr mehr mit Glück entkommt, das einzugestehen, diese Blöße will er Pettersson nicht geben. Zusammen entwickeln sie eine Sicherungsanlage, die Alarm schlägt. Die geht immer im falschen Moment los.

Nachbarin Beda (Marianne Sägebrecht – ihren vertüdelten Oma-Manierisimus treibt sie in eine entzückend-herzliche Richtung) vergisst die Eier für den Kuchen. Pettersson hat eine halbautomatische Einrichtung, um an die Eier zu kommen.

Der kleine idyllische Kosmos wird abgerundet durch Gustavsson (Max Herbrechter, längst mit der Rolle eins geworden), der Jagd auf den Fuchs machen will. Dann sind da noch die Hühner, die eine Art Chorfunktion übernehmen und edel-etepetete ihre Kommentare abgeben. Die Ratten und Mäuse treiben ihr unterirdisches Unwesen, was in ein Open-AirFestival wie Woodstock für Mäuse, ein Muckstock ausartet.

Der Film von Ali Samadi Ahadi (Pettersson und Fundus 2 – Das schönste Weihnachten überhaupt) nach dem Drehbuch von Thomas Springer nach dem Buch von Sven Nordqvist erzählt von der Einsamkeit des Individuums, der Ureinsamkeit, die aber gegen Vorurteile und Dünkel zu durchbrechen ist. Er erzählt das in einer wohligen Märchengeborgenheit mit entzückend haptischer Ausstattung in fröhlichen Farben.

Die Stimme von Findus (Roxana Samadi) ist, der Rollenentwicklung hin zur Selbständigkeit entsprechend, kecker und sebstbewusster geworden – auch wenn es in der Geschichte doch nicht so einfach ist mit dem Alleinleben. Die musikalische Untermalung ist leicht, gerne auch barpianohaft.

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