Leicht schlüpfrig, leicht pikant überm künstlichen Hüftgelenk sind die witzlastigen Dialoge, die Bill Holderman mit Erin Simms geschrieben und die er ganz ernsthaft im Hinblick auf Verständlichkeit mit dem geballten Starpower von Diane Keaton (Diane), Jane Fonda (Vivian), Candice Bergen (Sharon) und Mary Steenburgen (Carol) inszeniert hat.

Die männlichen Sidekicks zu der reifen Damen durch Literatur wiederzuerweckenden sexuellen Verlangens bilden Craig T. Nelson (Bruce), Andy Garcia (Mitchell), Don Johnson (Arthur) und Ed Begley Jr. (Tom).

Die altgedienten Stars bringen diese auswendig gelernten Texte auch vollprofimäßig so, dass sie nicht als auswendig gelernt wirken. Mehr aber verlangt Holderman auch nicht von den Assen, es genügt ihm, sie in etwas altmodischer Hollywood-Manier als Protagonistinnen und Protagonisten zu inszenieren.

Wobei sein Hauptbedacht der der Sorgfalt ist, der sorgfältigen Entwicklung der Stories, denen das Anekdotische anhaftet, geht es doch um eine Gruppe von Menschen, die anhand des Erfolgsbuches Fifty Shades of Grey wieder Lust nach Lust verspüren.

Das erzählt Holderman sehr, sehr ordentlich. Aber eben auch nicht mehr. Dadurch wirkt die Performance höchst bedächtig, in ewig gleichem Trott folgt ein Satz auf den anderen, ein Witzchen auf das andere, wohlgesetzt.

Das erhärtet in mir allerdings den Verdacht, dass es sich bei diesem Projekt um ein gezieltes Schielen auf Erfolg im Windschatten sowohl des Buches als auch des Starpowers handelt. Und um nicht mehr. Das Zielpublikum von Fifty Shades of Grey ist beachtlich an der Zahl. Da müsste sich doch ein Windschatten-Geschäft machen lassen. Wodurch sich der Film allerdings selbst und widerstandslos in die Kategorie des Zielpublikumfilmes katapultiert, auch wenn er versucht, als Schlussworte einige liebesweisheitliche Resümees einzuarbeiten. Solches Planen verursacht bei mir doch erhebliches cineastisches Stirnrunzeln.

Wobei das Thema durchaus interessant wäre: die Wirkung von Literatur auf den Menschen, auf das Leben des Lesers und natürlich auch die Wirkung des Kinos. Auf solche Vertiefungen allerdings verzichtet Holderman großzügig, denn die dürften nicht zur Hitanfälligkeit eines Filmes beitragen.

Wobei ein schöner Film über den englischen Buchclub Deine Juliet zeigt, was sich cineastisch aus dem Buchclub-Thema Großartiges machen lässt. Als Alternativtitel, der weniger in die Irre führt, schlage ich vor: Im feinen Club der leckeren, künstlichen Hüfte.

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