Käpt’n Sharks

Im Schwalle eines eingängigen Sounds von zirkus- bis schlagerhaft, von swing- und schwungvoll bis happyendhaft düst Käptn Sharky durch den Archipel rund um Oranienstadt, muss sich vor Piraten in Sicherheit bringen genau so wie vor dem Admiral, die ihm und seinem kleinen Segelschiff „Sharky“ auf den Fersen sind; und bloß weil er klein ist, kann er durch die Riffe entkommen.

Denn er hat Bonnie dabei, das Töchterlein des Admirals. Die ist von zuhause abgehauen, weil sie ins Internat sollte. Auf sie hat der Admiral die hohe Belohnung von 100 Dublonen ausgesetzt, deshalb sind auch die Seeräuber hinter ihr her.

Käptn Sharky ist ein kleiner Junge, der sich für einen großen Kapitän hält, aber noch nicht über alles Bescheid weiß. Mit seinen tierischen Freunden hat er auf einer kleinen Insel seine „Sharky“ gebaut. Das sind die Ratte Fips, Coco der Papagei. Er kennt den Satz, dass der Kapitän als letzter von Bord geht. Die Situation wird auch mehr als einmal eintreffen.

Aber was eine Crew wert ist, das erfährt er erst nach wilden Seefahrerbenteuern in diesem Film von Jan Stoltz und Hubert Weiland nach dem Buch von Mark Slater und Gabriele Walter (die Namen tauchen schon bei dem wunderbaren Kinderfilm Ritter Rost auf!).

Die Figuren sind von einem ganzen Team von Spezialisten animiert von der Idee her an Marionetten orientiert, besonders im Hinblick auf die beredte Gestik, wenn sie sprechen. Das zeigt auch, dass das Idealpublikum für den Film kurz vorm oder im ersten Lesealter sein dürfte.

Erzählweise und Auflösungen sind einfach und prima nachvollziehbar gehalten und führen bei den Kids zu heftigen Reaktionen und auch Diskussionen.

Die Auswahl der Sprecher und die Sprachregie sind erstklassig, allein Axel Prahl drückt zu heftig auf die Tube als der alte Bill und fällt dadurch negativ auf, passt nicht zur Idee des Begriffes „Crew“, die der Film doch einleuchtend portiert.

Öd oder fad wird es grad gar nicht. Schließlich stößt auch der brave Bürgersohn Michi, der nur eine Kokosnuss erstehen möchte, durch eine Verkettung unglücklicher Umstände und eine wahre Kaskade von Kokosnussaction zur Mannschaft.

Die Krabben, die spielen die gute Fee im Märchen. Sie wohnen in der Höhle des Krabbenkönigs, tanzen recht konventionelle Shows, aber das Klappern mit ihren Scheren klingt nicht nur bedrohlich sondern ist es auch und sie werden mehr als einmal Retter in der Not, wenn Käptn Sharky einmal ganz allein auf einer überschaubaren Insel gestrandet ist, denn er hatte unwissentlich der jungen Krabbe Roger das Leben gerettet.

Auch das notdürftig mit Hilfe der Krabben geschnürte Boot aus Fässern ist nur der Anfang einer heftigen Kettenreaktion von Aktionen, die abenteuererhöhend sind und die Geschichte in Richtung glücklichem Ende treiben. Die schlimmsten Fluchwörter sind: Fliegendreck und Spinnenstern.

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