Rundum gelungenes Dorfkino.

Das Rundum kann wörtlich und symbolisch genommen werden. Mit einem Drohnenblick auf einen harmonischen Verkehrskreisel fängt der Film an. Den quert gerade das nostalgische Polizeiauto des Protagonisten Franz Eberhofer, der Lebens- und Glanzrolle von Sebastian Bezzel dank der Romanautorin Rita Falk und dank Regisseur Ed Herzog, der mit Stefan Betz auch das Drehbuch geschrieben hat.

Wie um einen Kreisel trabt der Film gemütlich – deutlich gebremster als sein Vorgänger Grießnockerlaffäre – auf dem Culture-Clash-Karussell des Zusammenstoßes von Landpolizist und Stadtpolizei (die setzen in München auf Teamwork), von Land und Stadt generell, von Pflichtbewusstsein und von Eberhofersein, von Singlesein und vom Verheiratetsein.

Diesmal nähert sich die ewige Liebe zu Susi (Lis Maria Potthoff) schon fast dem Glücksfinale eines Hochzeitsfilmes – aber dann wäre die Reihe, die sich irgendwie auch, zwar immer vertrauter – im Kreise dreht – dem Ende zu. Daran dürften weder Macher noch Publikum ein Interesse haben.

Die Figuren wachsen durch die Macht der Gewohnheit zusammen und einem ans Herzen. Mit jeder Umdrehung um den Kreisel gerät der immer so vorwurfsvoll und konsterniert blickende Eberhofer in eine neue schwierige Situation.

Erst wird er nach München versetzt, weil die ihn und seine ewigen Umstände, die er mit sich bringt, loswerden wollen. Dort gerät er an die karrieristische Nora von Waldstätten, die ihr Sphinxsein auf die Spitze treibt, kultuviert und bearbeitet.

Und doch zieht es den Ebenhofer nach Niederkaltenkirchen und zu seiner Susi zurück. Dort hält das neue Sicherheitsdenken mit privaten Sicherheitsdiensten in der Person von Eager-Beaver Ferdinand Hofer Einzug. Auch das legt im Zusammenprall mit Eberhofer unterschiedliche Ansichten zum Thema Law and Order offen.

Es müsste halt was passieren in Niederbayern, damit der nicht ersetzte Polizist wieder gebräucht würde. Das tut es denn auch und hängt mit dem Bürgermeister zusammen, der in einer großkotzig-angeberischen, mehrteiligen Villa wohnt. Dem Au!-Pair-Mädchen ist etwas Schreckliches passiert.

Es bekommt dem Film durchaus, dass Ed Herzog nicht auf Schenkelklopfen hin inszeniert und so diesen ländlichen Stillstand, der sich im Kreise dreht, humorvoll auf die Leinwand bringt.
Und wers noch nicht wusste: Ein Heiratsantrag ist keine KFZ-Zulassung, und die schönsten Rosen gibt’s im Baumarkt.

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